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. . . Freie Software aus dem Internet

Freeware kostet nichts, nur das Copyright bleibt beim Autor. Für Shareware muß nach einer Testphase ein Obolus an den Entwickler gezahlt werden - in der Regel zwischen 30 und 50 Mark. Am freiesten verfügbar ist sogenannte Public Domain-Software, für die nicht einmal Urheberrechte existieren.

Schier unendliches Angebot

Die Freeware-Bewegung als Gegenpol zur kommerziellen Software ist fast so alt wie das Internet selbst. Und der Trend zum großen Teilen im Netz ist ungebrochen: Immer neue Grafikprogramme, elektronische Fahrtenbücher fürs Finanzamt, E-Mail-Software, Spiele und Browser- Ergänzungen bereichern das schier unendliche Angebot meist kleinerer Programme. Die Anbieter sind "Studenten, Hobbyisten, Programmierer", sagt Ehrmann. "Sie sind der Meinung, daß ihre Arbeit kein Geld wert ist."

Der Erfolg der Shareware schreckte die kommerziellen Anbieter auf. Sie reagierten: "Manche bieten alte Versionen für 30 Mark an, wenn die neuen 500 Mark kosten", meint Ehrmann. Der knallharte Wettbewerb zwingt aber auch große Software-Firmen zur Freigabe ihrer Programme: Netscape und Microsoft verschenken schon länger ihre Internet- Browser, den "Netscape Navigator" und den "Internet Explorer". Und seit Mitte November können Privatanwender für jedes gängige Betriebssystem kostenlos das umfangreiche Büro-Software-Paket "Star Office 5.0" des Hamburger Softwarehauses Star Division herunterladen (http://www.stardivision.de).

"Wir setzen auf die Ehrlichkeit der Benutzer"

In dem von Microsoft dominierten Markt will Star Division die Verbreitung des Programms vergößern, sagt Firmensprecher Frank Loehmann. Verdient wird bei dem Hamburger Unternehmen künftig an den Dienstleistungen rund um das Paket, dem Verkauf einer Deluxe-Version auf CD-Rom und den Firmenkunden, die "StarOffice" nach wie vor bezahlen müssen. Woran erkennt man aber, wer Privatnutzer ist und wer eine Kleinfirma? "Wir setzen auf die Ehrlichkeit der Benutzer", sagt Loehmann.

Doch mit der Ehrlichkeit ist das oft so eine Sache. Autoren, die mit Shareware ein kleines Zubrot verdienen wollen, klagen über mangelnde Registriermoral der Anwender, erzählt Shareware-Experte Ehrmann. Man kann dann freundlich mahnen, nach einigen Wochen eine Zahlungsaufforderung auf den Bildschirm ploppen lassen oder gar Störungen programmieren. "Der eine macht das knallhart, der andere sagt: Naja, wenn du fair bist, unterstützt du mich, aber ich kann dich nicht zwingen." Und Fairness ist ein zentrales Wort in der Shareware-Szene.

"Im Linux-Bereich ist es eine Schande, etwas zu kaufen"

Diese Szene ist so unübersichtlich wie ihr Angebot. Freeware-Verzeichnisse sollen dem geplagten Anwender helfen, in dem Chaos die beste Übersetzungs-Software oder auch 200 Solitaire-Variationen zu finden. Auf meist werbefinanzierten, grellbunten Seiten wie www.zdnet.de, www.freewarewizard.de, www.download.com oder www.shareware.com (beide Englisch) werden die Programme nach Sparten sortiert, erklärt und bewertet.

Schwarze Schafe sind nach Ansicht Ehrmanns selten und schaden der Freeware-Bewegung als Ganzes nicht. Die meisten Autoren seien Idealisten. Das gilt vor allem für Anhänger des einzigen kostenlosen Betriebssystems "Linux", das von Microsoft bereits als ernsthafte Konkurrenz zu "Windows NT" gesehen wird. Zur "Linux"-Gemeinde gehören vor allem Computer-Freaks, denn nur Spezialisten können sich ein ganzes Betriebssystem selbst laden. Die Software für das System kann nach bestimmten Regeln ständig weiterentwickelt werden - für alle. Da ist kaum Platz für Kommerz, meint Ehrmann: "Im Linux-Bereich ist es fast schon eine Schande, mal etwas zu kaufen."

Christiane Hellwege, dpa
Geändert am 29. November 1998 17:20 von jp
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