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"Affentheater" um Elefantentransport

Dresden/Erfurt - Auch nach der Entscheidung des Oberverwaltungs-gerichtes Münster, die Einfuhr von vier afrikanischen Elefanten für die Zoos in Erfurt und Dresden zu erlauben, ist der Transport der Tiere nach Deutschland noch ungewiß.

Der Direktor des Dresdner Zoos, Hubert Lücker, sagte am Donnerstag, derzeit liefen die Verhandlungen. Sie gestalteten sich unter anderem deswegen schwierig, weil es wenige Flugzeuge mit einem genügend großen Frachtraum gebe. Die ursprüngliche Reservierung sei wegen des vorübergehenden Importstopps inzwischen verfallen.

Jumbo trainiert bereits für die Reise

"Wir sind aber sicher, daß die Elefanten Anfang Januar hier sein können", hieß es in einer Erklärung des Dresdner Zoos. Einer eventuellen Intervention sehe der Zoo mit großer Ruhe entgegen, da der Import der Tiere legal sei.

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 USA: Elefantenschützer gehen auf die Barrikaden.

Der Transport wird nach den Worten des Erfurter Zoodirektors Norbert Neuschulz derzeit von Südafrika aus vorbereitet. Der Tierhändler im Elefantencamp in Skeerpoort trainiere die Elefanten mit den deutschen Pflegern für die bevorstehende Reise. "Ich hoffe, daß die Tiere nun zwischen Weihnachten und Neujahr in Deutschland ankommen", sagte Neuschulz.

Die Auseinandersetzung um die Einfuhr der Tiere bezeichnete der Dresdner Zoodirektor Lücker als "Affentheater". Bundesumweltminister Jürgen Trittin habe mit der Aktion weder dem Tier-, noch dem Artenschutz einen Gefallen erwiesen, kritisierte der Tierexperte.

Schüler gegen Elefantenblockaden

Um die vier jungen afrikanischen Elefanten und ihre Einfuhr nach Deutschland gibt es seit Monaten heftigen Streit. Erstmals hatte mit Umweltminister Trittin ein Mitglied der Bundesregierung direkt in den Handel mit Tieren eingegriffen. Sein Verbot des Transportes der aus freier Wildbahn weggefangenen Elefanten war am Mittwoch in erster und zweiter Instanz von deutschen Gerichten zurückgewiesen worden. Sie befanden den Einspruch des Ministers für unzureichend begründet.

Der Deutsche Tierschutzbund warf unterdessen dem sächsischen Kultusminister Matthias Rößler vor, Kinder für politische Machtspiele zu instrumentalisieren. Der Minister hatte Presseberichten zufolge am Dienstag in einem Schreiben die 740.000 sächsischen Schüler zum Protest gegen den Einfuhrstopp der Elefanten aufgerufen. Der Tierschutzbund unterstützt das Einfuhrverbot, da die Elefanten seiner Ansicht nach mit tierquälerischen Methoden auf den Umgang mit den Menschen vorbereitet wurden.

AP - Foto: AP

Geändert am 17. Dezember 1998 16:52 von ar
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