Kampf um den Sturz Saddam Husseins"Operation Wüstenfuchs" nur eine EtappeWashington - Der neue Militärschlag gegen den Irak ist nur eine Etappe im langen Kampf, das Regime Saddam Husseins unschädlich zu machen. Daß der "Tiger von Bagdad" durch die Bisse des von den USA und Großbritannien entsandten "Wüstenfuchses" tödlich verletzt wird, glaubt niemand in Washington.Das Kurzzeit-Ziel ist die Ausschaltung verdächtiger Stätten zur Herstellung nuklearer, chemischer und biologischer Waffen. Mehr als 200 könnte es nach Schätzung von Experten davon geben. Langzeit-Ziel ist nach den Worten von US- Präsident Bill Clinton "eine neue irakische Regierung". Aber das ist leichter gesagt als getan, wie die Supermacht in den fast acht Jahren nach dem Golfkrieg von 1991 schmerzlich erfahren mußte. Einer der Gründe dafür, daß sich Saddam an der Macht halten konnte, ist die traditionell zerstrittene Opposition. 1996: Fiasko für den US-Geheimdienst1996 gab es das bisher größte Fiasko, als der Kurdenführer Massud Barsani von der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) in einer Auseinandersetzung mit seinem Rivalen Dschalal Talabani von der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) Truppen des Erzfeindes Saddam zu Hilfe rief. Sie drangen in den irakischen Norden vor, der ihnen eigentlich versperrt ist. Als Ergebnis brach eine vom US-Geheimdienst unterstützte verdeckte Operation zum Sturz oder zur Schwächung Saddams zusammen.Nach solchen Erfahrungen dauerte es bis zum Herbst dieses Jahres, ehe sich die USA erneut zu einer Initiave aufrafften. Barsani und Talabani unterzeichneten unter Vermittlung von Außenministerin Madeleine Albright am 17. September in Washington ein Abkommen zur Beilegung ihres Konfliktes. Irakische Oppositionsgruppen auf TuchfühlungIn London berieten Vertreter von 15 irakischen Oppositionsgruppen im November darüber, ob sie ihr ideologisches Kriegsbeil begraben können. Skeptische Beobachter im Nahen Osten bezweifeln, daß dies gelingen kann, da die Saddam-Gegner einfach zu unterschiedlich seien.Dennoch sehen die USA angesichts der irakischen Zermürbungstaktik keine andere Wahl, als Saddams Position geduldig zu unterhöhlen. Solange sein Regime in Bagdad herrsche, werde stets eine Gefahr für die Nachbarstaaten bestehen, erklärt Präsident Clinton. Diese Politik hat im Kongreß unabhängig von den Bemühungen um eine Amtsenthebung des Präsidenten starke, sogar ungeduldige Fürsprecher. Kritik an Zurückhaltung der USAViel zu lange habe das Weiße Haus darauf verzichtet, den Sturz Saddams ganz offiziell anzustreben. Militärische Schritte machten nur Sinn, wenn energische, internationale Bemühungen folgten, "Irak ein für allemal von Saddam zu befreien", betont der Vorsitzende des Außenpolitischen Senatsausschusses, der Republikaner Jesse Helms. Am nötigen Geld soll es nicht fehlen. 110 Millionen Dollar hat der Kongreß schon bewilligt, darunter für einen Rundfunksender "Freies Irak".
Die Waffenkontrollen der Vereinten Nationen waren, verbunden mit den wirtschaftlichen Sanktionen, bisher die Säule der US-Strategie. Diese könnte jetzt nach Auffassung von Fachleuten ins Wanken geraten. Es sei mehr als fraglich, ob nach den Luftschlägen die Unscom-
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| Geändert am 17. Dezember 1998 16:22 von ar | |