Warum eigentlich "Guten Rutsch"?Neujahrswunsch stammt vermutlich aus dem HebräischenEinen "guten Rutsch" wünschen sich die Deutschen zum Jahreswechsel - entgegen der landläufigen Meinung hat der Ausdruck jedoch von seinen Ursprüngen her nichts mit einem "Herüberrutschen" ins neue Jahr zu tun. Und auch die oft zu dieser Jahreszeit herrschende Schnee- und Eisglätte ist nicht gemeint. Der Ausdruck hat vielmehr nach Angaben von Sprachwissenschaftlern ursprünglich keinerlei Bezug zum "Rutschen". Vielmehr geht er auf das hebräische Wort "rosch" zurück, das "Kopf" und "Anfang" bedeutet, in diesem Falle also den Beginn des neuen Jahres.Offenbar ist die Redewendung über den jiddischen Neujahrswunsch der Juden für einen "guten Rosh" ins Deutsche gekommen. Dies wäre kein Einzelfall. In der Alltagssprache gibt es eine ganze Reihe geläufiger Worte und Ausdrücke, deren hebräische oder jiddische Wurzeln heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind. So mag sich mancher für das neue Jahr vornehmen, mit seinem Chef "Tacheles" (jiddisch für Klartext) zu reden, auch wenn das "Zores" (jiddisch für Ärger) bringen könnte. Hoffentlich ist die Wohnung desjenigen, der zu Silvester mit der ganzen Mischpoche (von hebräisch "mischpacha", Familie) aus dem Weihnachtsurlaub heimkehrt, nicht von einem Ganoven (von hebräisch "ganaw", Dieb) ausgeräumt worden, dessen Komplize Schmiere (von hebräisch "schmira", Wache) stand, denn das wäre ein Schlamassel (Unglück, von hebräisch "masel", Glück). AFP
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| Geändert am 29. Dezember 1998 15:34 von aj | |