IVWPixel Zählpixel

Elefantenbaby ist tot

Trauer im Zoo Münster: Kleiner Bulle wurde eingeschläfert

Münster - Trauer im Allwetterzoo Münster: Das Elefantenbaby ist tot. Ein Tierarzt schläferte den nur einen Tag alten kleinen Bullen am Dienstag morgen ein, da sich sein Zustand weiter verschlechtert hatte. "Das Jungtier hatte keine Chancen", hieß es im Zoo.

Anklicken zum Vergrößern Die Elefantenmutter Dina hatte das Elefantenbaby am Montag morgen nach 667 Tagen Tragezeit zur Welt gebracht. Doch litt der Kleine von Anfang an unter Atemproblemen. Erst nach einer längeren Mund-zu-Rüssel-Beatmung begann das Neugeborene selbst zu atmen und mußte auch danach noch weiter durch Sauerstoffzufuhr dabei unterstützt werden. Das 115 Kilogramm schwere Tier schaffe es aus eigener Kraft nicht, auf den Beinen zu bleiben.

Am Montag mittag war das Elefantenbaby deshalb in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt worden. Doch die Hoffnungen des Pflegeteams, der Zustand des jungen Elefanten werde sich über Nacht verbessern, erfüllten sich nicht. Zwar war blieb der Kreislauf stabil, von der Motorik her wurde das Tier jedoch immer passiver. Deshalb sei am Montag morgen die Entscheidung gefallen, den Dickhäuter einzuschläfern, hieß es.

Sauerstoff-Unterversorgung?

Bei diesem Entschluß spielte auch die Mutter Dina eine Rolle. Solange noch Hoffnung für ihr Junges bestand, hielten die Tierpfleger sie getrennt von den übrigen Elefanten in der Nähe des Jungtiers, damit sie sich bei einer Besserung des Zustandes rasch um das Kleine kümmern könnte. "Jetzt kann Dina wieder zurück zu ihren Artgenossen und sich in der Gemeinschaft von den Strapazen der Geburt erholen", hieß es im Zoo.

Tierarzt Karl-Josef Boening vermutet als Ursache der Atemstörung des Elefantenbabys eine sehr frühe Sauerstoff-Unterversorgung. Möglicherweise habe im Mutterleib ein Huf des Jungen die Nabelschnur abgedrückt. Klarheit darüber soll nun eine Untersuchung des Tierleichnams im Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung geben.

"Dina" soll bald neues Baby bekommen

Bei aller Trauer sahen die Zoomitarbeiter auch positive Aspekte. Dina, eigentlich "Bernhardine", habe gezeigt, daß sie eine gute Mutter sein könne, denn sie habe sich überaus ruhig und fürsorglich verhalten. Nach den Worten von Ilona Zühlke hatte sich die Mutter bei der nächtlichen Geburt "prächtig angestellt". "Sie hat gepreßt und war ganz toll", sagte die Zoosprecherin. Außerdem hätten die Pfleger wichtige Erfahrungen mit einer Elefantengeburt gesammelt.

Deshalb wird im Zoo schon laut über eine neue Trächtigkeit Dinas in absehbarer Zeit nachgedacht. Bereits in den nächsten Monaten könne ihr ein Elefantenbulle zugeführt werden. Ihre Hormonwerte würden deshalb weiter bestimmt, berichtete die Sprecherin.

Die Elefantenkuh "Bernhardine", die 1984 im Tierpark von Rotterdam geboren wurde, ist das Patentier des niederländischen Prinzen Bernhard. Sie war damals der erste Elefant, der in einem Zoo des Nachbarlands zur Welt kam. Der schwergewichtige Vater des Neugeborenen, "Alexander", reiste bereits im November letzten Jahres von Münster nach Rotterdam, um auch dort für Nachwuchs zu sorgen.

AP - Foto: dpa
Geändert am 12. Januar 1999 13:09 von aj
Navigations-Seite: RZ-Online auf einen Blick Homepage des Tages Newsticker mit dpa-Kurzmeldungen Aktuelle Wetter-Vorhersage Haitzinger-Karikatur Leserbrief schreiben Zur aktuellen Homepage Navigations-Seite: Alles auf einen Blick Zum Anfang dieser Seite und zu weiteren Links Leserbrief schreiben Zur aktuellen Homepage