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  • "The King" füllt die Konzerthallen dieser Welt

    Vom Postboten
    zur Elvis-Inkarnation

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     Posing ganz wie der echte "Elvis".

    Hamburg - Der Hüftschwung des Kings kommt noch ein bißchen langsam, aber den vielen tausend Fans zwischen Rostock und München ist das egal. Sie kreischen, trampeln und drängeln vor, wenn der Sänger mit schwarzer Tolle und Lederkluft auf die Bühne stürmt, fast so wie es der vor 22 Jahren gestorbene Elvis Presley zu Lebzeiten tat.

    Der neue King heißt Jim Brown, ist 30 Jahre alt und im Hauptberuf Postbote in Belfast. Zur Zeit mischt er mit seiner Tournee und CD die Musikszene in Deutschland mächtig auf. Der Trick: The King singt Ohrwürmer der Rockmusik wie "Sweet Home Alabama", "Blockbuster" oder "No Woman, No Cry" im perfekten Elvis-Stil. Seine CD "Gravelands" steht auf Nummer 35 der LP-Hitparade, viele Konzerte sind ausverkauft. Seine Deutschlandtour endet am 9. Februar.

    Von der Bahnhofs-Absteige auf die Bühne

    Jim Brown selbst kann seinen Riesen-Erfolg noch immer nicht fassen. In einem billigen Bahnhofshotel in Hamburg erzählt er, wie vor drei Jahren alles anfing: "Ich war im 'Belfast Dockers Club', einem rauhen Laden am Hafen. An dem Abend konnte jeder auf die Bühne und meine Tante hatte mich hinter meinem Rücken angemeldet, also mußte ich hoch und sang 'Suspicious Minds' von Elvis. Die Leute fanden es toll und der Manager wollte mich von Fleck weg engagieren. Aber meine Hände zitterten so sehr, daß ich das Zigarettengeld fallen ließ."

    Danach ging alles sehr schnell: Konzerte in Belfast, dann England und Schottland, eine Plattenaufnahme in London. Dort kam Ende 1997 der Durchbruch, als der BBC-Discjockey John Peel begann, den King zu spielen. Etwa gleichzeitig erschien die CD "Gravelands" mit 17 Covertiteln von Nirvana über Sweet, John Lennon, Eddie Cochrane, Bob Marley bis zu Frank Sinatra - alles gesungen im reibeisernem Elvis-Timbre. "Die Songs haben nur eines gemeinsam - die ursprünglichen Sänger sind alle tot", erzählt der "King", "deshalb heißt die Platte Gravelands."

    Hüftschwung mit Flüssigbeton

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    "Elvis '99": Eine haarige Angelegenheit.   

    Brown alias "The King" ist eigentlich Briefträger. Und nebenher war er immer hingebungsvoller Elvis-Fans. Mit seiner Frau Ann Marie hat er fünf Kinder zwischen vier und zehn Jahren. Noch traut er dem Erfolg nicht so ganz, den Job bei der Post hat der Elvis-Imitator behalten, sich für ein Jahr beurlauben lassen. In England, Schottland und Deutschland laufen seine Konzerte großartig, die Fastfood-Kette "Burger King" hat einen Hamburger nach ihm benannt.

    Die Shows des Kings sind eine große Party, wie etwa in der ausverkauften "Großen Freiheit" in Hamburg. Es erscheinen weibliche Elvis-Fans deutlich über 50 im Goldlamee-Pullover und 20jährige mit gepiercten Nasen und Lippen. Man weiß nie so genau, ob der King nun Elvis imitiert oder parodiert: Der legendäre Hüftschwung kommt so langsam, als hätte ihm jemand Flüssigbeton in die Hose geschüttet; der leichte Bauchansatz über dem Hosenbund hätte dem späten Elvis alle Ehre gemacht. Der Saal tobt trotzdem. Oder vielleicht deswegen.

    "Ich hatte auf jeden Fall eine gute Zeit"

    Wenn die Deutschlandtour vorbei ist, will der King die Heimat des echten "King of Rock'n Roll" erobern. Im März geht es in die USA. "Ich bin sehr nervös deswegen", sagt er, aber es gebe schon Anfragen berühmter Talkmaster wie Jay Leno. Eine neue Platte steht auch auf dem Programm und weitere Tourneen. Ob der ganze Erfolg nur ein Strohfeuer ist, weiß Brown selbst nicht. "Aber selbst, wenn es schnell ausbrennt, hatte ich eine gute Zeit."

    The King spielt noch in Rostock (24.1.), Berlin (26.1.), Halle (27.), Nürnberg (28.), München (30.), Ulm (31.), Stuttgart (1.2.), Mainz (4.), Trier (5.), Heidelberg (6.), Köln (7.) und Aschaffenburg (9.).

    Claus-Peter Tiemann, AP - Fotos: AP

    Geändert am 20. Januar 1999 15:28 von ar
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