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... Tirol trauert um Lawinentote

Alle hätten in den vergangenen Tagen gespürt, "wie grausam das Leben sein kann", sagte die evangelische Superintendentin Luise Müller. Sehr schnell stelle sich dann die Frage nach der Schuld, doch auf diese Frage gebe es "so schnell keine wahren Antworten." Auch Innsbrucks Diözesanbischof Alois Kothgasser warnte vor "ungerechten Schuldzuweisungen".

Anklicken zum Vergrößern 38 Vertreter der Bergungsorganisationen zündeten in der Stiftskirche Kerzen für die Lawinenopfer an, der Namen einzeln verlesen wurden. Bei dem Unglück waren ganze Familien ausgelöscht worden, wie die des früheren deutschen Rugby-Nationalspielers Christoph Albinger. Der 39jährige war zusammen mit seiner Frau und den beiden Töchtern unter der Lawine begraben worden. Nach Behördenangaben wurden weitere 25 Menschen verletzt.

Letztes Opfer geborgen

Das zehnjährige Mädchen, das als letztes Todesopfer geborgen wurde, wurde im Keller eines völlig zerstörten Gebäudes gefunden, das von meterdicken und betonhart gefrorenen Schneemassen umgeben war. Bergretter berichteten, die Wucht des Lawinenaufpralls habe das Haus teilweise in tischtennisgroße Einzelteile zerlegt. In den Trümmern des Hauses waren auch andere Mitglieder ihrer Familie ums Leben gekommen. Die internationale Luftbrücke war am späten Freitag nachmittag beendet worden, nachdem Tausende Menschen aus den Skiorten Galtür, Valzur und Ischgl ausgeflogen worden waren.

Lawine schon 1967

Ein 68jähriger Berliner widersprach unterdessen im "Tagesspiegel" österreichischen Angaben, wonach das Lawinenunglück in Galtür nicht vorheersehbar gewesen sei. Bereits im März 1967 sei im Ortskern eine Lawine niedergegangen, wie ein von ihm damals gemachtes Foto beweise. Daß damals keine Menschen getötet worden seien, sei "reines Glück" gewesen.

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Bei einem Helikopterabsturz in der Nähe des Matterhorns im Kanton Wallis in der Schweiz sind am Sonntag nachmittag der Pilot und zwei Passagiere ums Leben gekommen. Der Hubschrauber hatte sich auf einem Flug zur Überprüfung der Schnee- und Schadenssituation befunden.   Reuters
Die Lawinensituation in Tirol entspannte sich am Sonntag weiter. Am späten Samstag abend wurden die Sperren für die Inntalautobahn (A 12) und die Fernpaßbundesstraße (B 314) aufgehoben. Tirols Tourismusdirektor Josef Margreiter, kündigte im Österreichischen Fernsehen (ORF) dennoch eine "wirtschaftliche Katastrophe" für die Region an. Es habe sehr viele Stornierungen gegeben. Im Gegensatz dazu meldete der Deutsche Reiseveranstalterverband (DRV) nur wenige Absagen.

30.000 sitzen in Wallis fest

In der Schweiz wurde am Wochenende die Leiche eines über 90jährigen geborgen, der am Dienstag durch eine Lawine in Geschinen verschüttet worden war. Er ist das elfte Todesopfer der Schneeabgänge dieser Woche in der Schweiz. Im Kanton Wallis konnte sich nach einem weiteren Lawinenabgang am Sonntag ein verschütteter Skifahrer aus eigener Kraft aus den Schneemassen befreien. Im Wallis saßen nach Angaben der Behörden weiterhin rund 30.000 Menschen fest, weil die Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt blieben. Im bayerischen Ostallgäu ging am Samstag ebenfalls eine Lawine ab. Es gab jedoch keine Hinweise auf Verschüttete.
AFP; Fotos: Reuters
Geändert am 28. Februar 1999 20:07 von jo
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