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  • Stichwort: Der Fall Schlecker
  • Raubzüge der Schlecker-Erpresser
  • Hohe Haftstrafen für Schlecker-Erpresser

    Fast 14 Jahre für zwei Haupttäter - Geständnisse gewertet

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    Wilhelm Hudelmaier, Franz Jacoby und Dieter Hudelmaier (v.l.).


    Ulm - Mehr als elf Jahre nach der spektakulären Erpressung des Drogerie-Unternehmers Anton Schlecker hat das Landgericht Ulm die Täter am Montag zu hohen Haftstrafen verurteilt. Die beiden Hauptangeklagten müssen für jeweils dreizehneinhalb Jahre hinter Gitter. Das Gericht befand sie neben der Schlecker-Erpressung im Jahr 1987 in sieben weiteren Fällen der räuberischen Erpressung und des erpresserischen Menschenraubs für schuldig. Dabei hatten sie insgesamt knapp 16 Millionen Mark erbeutet. Der dritte Angeklagte erhielt für seine Beteiligung an zwei der Taten siebeneinhalb Jahre Haft.

    Die Richter berücksichtigen bei ihrem Urteil die umfassenden Geständnisse der Hauptangeklagten Herbert Jacoby (60) und Willi Hudelmaier (64), die das Verfahren beschleunigt hätten. Mit dem Urteil blieb das Gericht unter dem Antrag des Staatsanwalts, der vierzehneinhalb beziehungsweise zehn Jahre Haft gefordert hatte. Die Haupttäter wurden für acht Überfälle zwischen 1980 und 1998 bestraft, fünf davon mit Geiselnahmen. Willi Hudelmaiers Bruder Dieter (57) hatte nach Ansicht des Gerichts bei zwei Geiselnahmen geholfen.

    Insgesamt werden Jacoby und Willi Hudelmaier 18 Raubzüge seit 1975 zugeschrieben, von denen zehn aber verjährt sind. Dabei erbeuteten sie rund 18 Millionen Mark. Allein bei der spektakulären Entführung der beiden Schlecker-Kinder erpreßten sie 9,6 Millionen Mark. Dazu waren Jacoby und Hudelmaier kurz vor Weihnachten 1987 in das Haus des Drogerie-Königs im oberschwäbischen Ehingen eingedrungen und hatten die 14 und 16 Jahre alten Kinder über mehrere Stunden in ihre Gewalt gebracht, bis das Geld beschafft war.

    Richter: Opfer oft in Todesangst versetzt

    In der Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Richter, Jacoby und Willi Hudelmaier hätten ihre Opfer oft in Todesangst versetzt. "Da ist es ein schwacher Trost, daß die Täter niemals von den Schußwaffe Gebrauch gemacht haben." Auch hätten die "schweren und schwersten Straftaten" über eine Zeit von 23 Jahren eine hohe Strafe verdient.

    Das Trio war zwei Wochen nach seinem letzten Raubzug im Sommer 1998 auf eine Bank in Ehingen gefaßt worden. Dabei hatten sie den Filialleiter und seine Frau in ihre Gewalt gebracht und knapp zwei Millionen Mark erpreßt. Die Beute aus diesem Überfall konnte die Polizei sicherstellen, von dem Geld aus den anderen Raubzügen blieb nach Aussagen der Angeklagten nicht übrig. Sie hatten es in dubiose Geschäfte gesteckt und für einen aufwendigen Lebensstil aufgebraucht.

    dpa - Fotos: Archiv

    Geändert am 22. Maerz 1999 17:57 von aj
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