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Entwicklung von Windows 2000 auf Eis gelegt

Microsoft schießt sich auf Linux ein

Microsoft-Präsident Steve Ballmer:  
"Wir folgen einem allgemeinen Trend."  

Im Zuge der Aufspaltung des Microsoft-Konzerns in fünf eigenständige Unternehmensteile hat der Marktführer aus Redmond auch seine Strategie für Betriebssysteme geändert. Wie Microsoft-Präsident Steve Ballmer heute auf einer Entwicklerkonferenz bekanntgab, wird "Windows 2000", der vermeintliche Nachfolger für Windows 98 und NT 4.0, vorerst nicht weiterentwickelt. Stattdessen soll im Herbst eine offizielle Linux-Distribution von Microsoft auf den Markt kommen.

"Linux besitzt alle Merkmale eine leistungsfähigen Betriebssystems", so Forrest Lirpa, der zuständige Projektleiter. "Wir arbeiten derzeit an der Umsetzung unseres Office-Paketes sowie des Internet Explorer 5.0 für die Linux-Oberfläche." Ein Verkaufspreis für "Microsoft Linux" steht noch nicht fest, er soll sich aber im Rahmen bisheriger Windows-Versionen bewegen. Auf 3 CDs soll neben Microsoft-eigenen Tools auch eine Sammlung von Linux-Standardsoftware wie etwa die Bildbearbeitung "Gump" und der Webserver "Apalache" mitgeliefert werden.

"Active Installation" soll Installationshürden umschiffen

"Wir sind von dieser Entwicklung sehr überrascht, positiv überrascht", äußert sich Thomas Fehr vom bekannten Linux-Distributor SuSe. "Damit ist der Weg für den Massenmarkt bereitet". Sorgen über die Konkurrenz aus USA mache er sich nicht. "Unser Linux ist seit Jahren auf dem Markt. Die Benutzerfreundlichkeit unserer Installation muß Gates erst einmal toppen", so Fehr.

Microsoft will durch eine neu gestaltete "Active Installation" sicherstellen, daß nahezu alle Hardware-Komponenten automatisch erkannt werden. Ein Standard-Kernel, das für die wichtigsten Einsatzmöglichkeiten vorbereitet ist, kann nachträglich über grafische Setup-Dialoge leicht an die eigenen Bedürfnisse angepaßt werden. "MDL [Microsoft Desktop Layout, Anm. d. Red.] kommt optisch dem bekannten KDE am nächsten. Wir haben uns aber natürlich noch etliche Neuerungen einfallen lassen.", verrät Ballmer. Weitere Details zu "Microsoft Linux" stellt das Unternehmen auf einer eigenen Website bereit.

ar - Foto: Reuters

Geändert am 01.04.1999 10:23 von ar
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