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EM-Qualifikationsspiel gegen Finnland:Einhelliges Lob der ExpertenNürnberg - Für Deutschlands obersten Fußball-Boß war das Osterfest gerettet, seinem Stellvertreter "fiel ein Stein vom Herzen", und der "Kaiser" zeigte sich sogar euphorisch.
Doch da sich "im Fußball immer etwas wendet" (Braun), diesmal für die deutsche Nationalelf zum Positiven, jubelte sogar der ansonsten immer kritische "Kaiser" Franz Beckenbauer: "Das war wirklich sehenswert." Die Fußball-Prominenz auf der Tribüne des Frankenstadions und im Land war sich einig: Die DFB-Auswahl ist auf dem besten Weg dazu, die Krise der letzten Monate zu überwinden. "Es wurde eine nervliche Klippe umschifft. Nun kann in Ruhe wietergearbeitet werden", faßte der neue TeBe Berlin-Trainer Winfried Schäfer die Meinungen der Fachwelt zusammen. "Kritik hat die Mannschaft zusammengeschweißt""Man sieht, es steht wieder eine Mannschaft auf dem Platz", hat Ex-Nationalspieler und Weltmeister Guido Buchwald ausgemacht. Nur der Nationaltrainer von Gruppen-Konkurrent Türkei, Mustafa Denizli, zog andere Schlüsse aus der Partie. "Was ich in Nürnberg gesehen habe, war schwach. Wenn Deutschland und Finnland gegen uns so spielen, werden wir beide Spiele auch auswärts gewinnen", berichtete der Augenzeuge gegenüber türkischen Medienvertretern. "Die verheerende Kritik nach der USA-Reise hat die Mannschaft zusammengeschweißt und ihr einen Pusch gegeben", hat Mayer-Vorfelder als Wendepunkt ausgemacht. Und: "Man sieht die Handschrift des Trainers." Beckenbauer bezeichnete das 2:0 gegen die Finnen, von Marco Bode über links vorbereitet, vom anderen Außenstürmer Oliver Neuville vollendet, als "Schulbeispiel". Der "Meinungsmacher" der deutschen Kicker-Szene fügte an: "Endlich ein eindrucksvoller Sieg, bei dem Matthäus, Neuville und Jeremies herausragten." Torschütze Jeremies bekam von seinem Münchner Vereinstrainer Ottmar Hitzfeld ein Extralob: "Er war der entscheidende Mann." "Matthäus ist der Rudelführer"Der andere "Dominator" im Team des EM-Titelverteidigers heißt nach dem Finnland-Spiel nach einhelliger Expertenmeinung wieder Lothar Matthäus. "Es spielt eine gewaltige Rolle in der Mannschaft, er ist der Rudelführer", erklärte "MV". Für Ex-Nationalspieler Horst Hrubesch "hat der komplette Bayern-Block überzeugt". Mayer-Vorfelder stellte vor allem heraus: "Die Mannschaft hat schon weitaus selbstbewußter agiert als in Nordirland." Für den DFB-Chef ist die Trendwende auch eine späte Bestätigung dafür, daß er sich mit seinen "Beratern Beckenbauer, Netzer und Heynckes" bei der Wahl des Vogts-Nachfolgers Ribbeck doch nicht so vertan hat, wie viele Kritiker seit Wochen behaupten. "Es ist eine Entwicklung zu erkennen, ein System, neue Spieler - ich bin zuversichtlich", unterstrich Braun, der aber auch im negativen Fall an Ribbeck festgehalten hätte: "Wir hätten nicht die weiße Flagge gehißt." Eine Teilschuld an der Krisensituation nach der Amerika- Reise, die vor allem wegen des Termins Anfang Februar äußerst umstritten war, nahm der Präsident sogar auf die eigene Kappe: "Das war eine Fehldisposition, aber wir haben die Lehren daraus gezogen." Jens Mende und Oliver Hartmann, dpa - Foto: Reuters
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| Geändert am 1. April 1999 13:07 von jp | ||||