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  • siehe auch: AKW Biblis soll stillgelegt werden
  • Trittin will Weg für Rücknahme aus La Hague freimachen

    Neue Atommüll-Transporte noch 1999?

    "Grüner Jürgen" hat schwarzen Peter.  

    Bonn - Noch in diesem Jahr könnte wieder ein Atomtransport von der französischen Wiederaufarbeitungs- anlage La Hague ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben rollen.

    Bundesumweltminister Jürgen Trittin erklärte am Donnerstag in Salzgitter, ein konkreter Termin sei mit Frankreich noch nicht vereinbart. Man sei aber übereingekommen, die Voraussetzungen für den Transport zu schaffen, unter Beteiligung von Ländern und Sicherheitsbehörden.

    Bundesregierung steht zu Rücknahme-Verpflichtung

    Ein Regierungssprecher erklärte in Bonn, die Bundesregierung stehe zu ihrer Verpflichtung zur Rücknahme des hochradioaktiven Mülls aus Frankreich. "Noch in diesem Jahr" sollten Maßnahmen getroffen werden, sechs abholbereite Behälter mit Glaskokillen nach Deutschland zu bringen. Für die Zukunft hätten die deutsche und die französische Regierung die "zeitgerechte" Rückführung mit zwei Transporten pro Jahr anvisiert. Angestrebt werde außerdem ein möglichst vorgezogenes Ende der Wiederaufarbeitung im Ausland.

    Die frühere Bundesumweltministerin Angela Merkel hatte wegen verstrahlter Behälter im Mai 1998 ein Transportverbot verhängt. Der "Spiegel" schrieb jetzt unter Berufung auf vertrauliche Protokolle eines Treffens der deutsch-französischen Arbeitsgruppe im Kanzleramt, noch in diesem Jahr solle ein Nukleartransport aus Frankreich kommen. Ab 2000, habe die Arbeitsgruppe verabredet, sollten Jahr für Jahr zwei solcher Transporte von La Hague in Richtung Deutschland starten.

    "Spiegel"-Bericht zu Aufarbeitung im Ausland dementiert

    Nicht bestätigt wurden Angaben der "Spiegel", die Wiederaufbereitung im Ausland solle nach einer Entscheidung im Kanzleramt noch fünf Jahre weitergehen. Die heimische Atomindustrie solle keinen "Entsorgungsinfarkt" erleiden. Für Trittin, der noch kürzlich erklärt habe, daß in diesem Jahr keine neuen Castor-Transporte nötig seien, bedeute die Vereinbarung einen "Prestige-Gau".

    AP - Foto: Reuters

    Geändert am 1. April 1999 14:39 von ar
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