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Upsilon Andromedae hat offenbar drei Begleiter:Planetensystem um ferne Sonne?
San Francisco - Erstmals ist ein Planetensystem um einen Stern entdeckt worden, das unserem Sonnensystem ähnelt. Mehrere Gruppen amerikanischer Astronomen haben unabhängig voneinander zwei weitere Planeten um den Stern Upsilon Andromedae gefunden, bei dem frühere Untersuchungen bereits einen Planeten entdeckt hatten. Die Entdeckung legt nahe, daß es in unserer Milchstraße zahlreiche weitere Planetensysteme gibt, wie die Forscherin Debra Fischer von der San Francisco State University am Donnerstag erklärte. "Das wird die bisherige Theorie von der Planetenentstehung erschüttern", sagte Fischers Kollege Robert Noyes. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler sind die drei Planeten alle Gasriesen, vergleichbar dem Jupiter, dem größten Planeten unseres Sonnensystems. Sie bewegen sich in relativ nahen Abständen um den Stern. Der innerste Planet etwa benötigt für einen Umlauf nur 4,6 Tage. Die anderen beiden haben einen Abstand von 0,83 und 2,50 Astronomische Einheiten (AE). Eine AE wurde als Maßstab festgelegt; es ist der Abstand Erde-Sonne (rund 150 Millionen Kilometer). Der mittlere Planet hat demnach etwa den Abstand der Venus zur Sonne. Verfahren umstritten
Die Planeten können auch mit den lichtstärksten Teleskopen nicht direkt beobachtet werden. Statt dessen muß über die Analyse von Helligkeitsschwankungen des Sterns mit Computerberechnungen auf die Anwesenheit von Begleitern geschlossen werden. Dieses Verfahren ist nicht unumstritten, so wurde die Existenz von einigen der etwa zehn inzwischen entdeckten Planeten angezweifelt. So gelten die Angaben des Forschers George Gatewood als besonders ungesichert, der um den Stern Lalande 21185, einem Roten Zwerg in 8,25 Lichtjahren Entfernung, zwei Planeten gefunden und Anzeichen für einen dritten haben will. Er verwendete ein Verfahren, das zunächst keine Aussage über Masse und Umlaufbahn zuläßt; daher muß er seine Beobachtungen noch jahrelang fortsetzen, bis die Existenz dieses Planetensystems wirklich gesichert ist. Die US-Astronomen unter der Leitung von Geoffrey Marcy und Paul Butler werten es daher als außerordentlich bemerkenswerten Beweis, daß in ihrem Fall zwei voneinander unabhängige Teams zu denselben Ergebnissen gekommen sind - auch die Größe der Planeten und die Form ihrer Umlaufbahn stimmen überein. Zudem hat ein Computerexperte mit einer Simulation festgestellt, daß die drei Planeten in stabilen Umlaufbahnen nebeneinander existieren können. Neue Theorie der Planetenentstehung
Upsilon Andromedae ist etwa so groß wie unsere Sonne, 44 Lichtjahre entfernt und etwa drei Milliarden Jahre alt. Daß ein sonnenähnlicher Stern in unmittelbarer Umgebung drei Gasriesen besitzt, ist nach den derzeitigen Theorien der Planetenentstehung unmöglich. Bisher gingen die Astronomen davon aus, daß ein Jupiter-Planet mindestens vier AE von einem Stern entfernt sein muß, in einer Gegend, in der es bereits kühl genug für die Bildung von Eis ist. Nun schlagen die Forscher ein Modell vor, nach dem sich in der Materiescheibe um einen Stern zunächst viele "Planetensamen", sogenannte Planetesimale, bilden, die später einen Überlebenskampf austragen. Kleine oder instabile Planeten werden dann von Gravitationskräften aufgerieben und in die größeren integriert. Leben im Sinne des Lebens auf der Erde ist auf den drei Planeten mit höchster Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Sie haben ein Dreiviertel des Gewichts von Jupiter beziehungsweise das Zwei- und Vierfache und sind daher mit einer gigantischen Schwerkraft ausgestattet. Falls sie ähnlich wie Jupiter aufgebaut sind, haben sie auch keine feste Kruste. Dennoch ist Leben in dem fernen Sonnensystem von Upsilon Andromedae zumindest denkbar. Peter Nisenson, einer der Wissenschaftler, betont, daß die bisherigen Beobachtungen die Existenz von erdähnlichen Planeten nicht ausschlössen, sie seien für eine Erfassung anhand ihrer Schwerkraft schlicht zu leicht. Seine Kollegin Fischer ergänzt: "Unsere Entdeckung bedeutet letztlich, daß sich Planeten wesentlich leichter bilden als angenommen, und daß die Milchstraße von Planetensystemen wimmelt." Von Norbert Aschenbrenner, AP - Bild (Homepage): AP
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| Geändert am 15. April 1999 15:59 von aj | |||||||||