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Eileen Collins führt Kommando über US-Raumfähre

Der Weltraum wird weiblicher

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Washington - Eisern bereitet sich Oberstleutnant Eileen Collins in diesen Wochen auf ihren Weltraumausflug vor. Sie wird im Juli als erste Frau eine amerikanische Raumfähre kommandieren - und das gleich mit der verantwortungsvollen Aufgabe, ein sündhaft teures neues Teleskop auszusetzen.

Drei Frauen fiebern währenddessen dem Dezember entgegen, wenn "ihre" im Januar auf den Weg zum Mars gebrachten Mini-Sonden auf dem Roten Planeten aufschlagen werden. In der langen und von Männern geprägten Geschichte der US-amerikanischen Raumfahrt haben noch niemals zuvor Frauen alle Spitzenpositionen eines so wichtigen Projektes besetzt - 1999 ist ein Jahr der Frauen in der Raumfahrt.

"Women in space" als Werbegag für die Raumfahrt?

Äußerst angetan ist davon der Direktor der US-Raumfahrtbehörde Nasa, Daniel Goldin. Er läßt sich gegenwärtig den attraktiven Plan durch den Kopf gehen, bald ein rein weibliches Shuttle-Team in die Umlaufbahn um die Erde zu schicken. Mehr Frauen als Vorbilder müßten her, verteidigte Goldin unlängst diese Überlegung, die andere als Werbegag für die Raumfahrt kritisieren (wie den "Senioren-Flug" des John Glenn im vergangenen Jahr). Nur 1,4 Prozent der Piloten in der zivilen Luftfahrt der USA seien Frauen. Bei den Ingenieuren und in der Wissenschaft kämen sie auf lediglich 15 Prozent, rechnete Goldin vor. Sein Astronauten-Team ist zu fast einem Viertel weiblich.

Die 42jährige Eileen Marie Collins aus Elmira im Bundesstaat New York steht jedenfalls vor der Erfüllung ihrer Träume. Auf einem fünf Tage langen Flug der Raumfähre Columbia wird sie in der ersten Hälfte des Monats Juli das Kommando geben. Bodenständig, sympathisch und mit viel Energie ausgestattet, bringt die Luftwaffen-Pilotin Erfahrung an Bord von mehr als 30 verschiedenen Flugzeugtypen mit. "Ich habe schon immer den Mut von Frauen wie beispielsweise Amelia Earhart bewundert, die gefährliche Flüge unternommen haben", so erläutert die 42jährige.

"Ich habe schon als Kind vom Weltraum geträumt"

Collins hatte bereits im Februar 1995 als erste Pilotin einer US-Raumfähre Geschichte gemacht. Jetzt muß sie dafür sorgen, daß das hochsensible Röntgenteleskop Chandra nach mehreren Startverzögerungen sicher in den Weltraum kommt und dort plaziert wird. Lachend hatte sie diese Aufgabe angenommen, die First Lady Hillary Clinton ihr im März 1998 offiziell übertragen hatte: "Ich habe schon als Kind vom Weltraum geträumt - ich bewunderte Piloten, Astronauten und Forscher jedweder Art. Ich hoffe, daß alle Kinder diesen Flug verfolgen und dabei auch sehen, daß Träume wahr werden".

Auch Kari Lewis, Sarah Gavit und Suzanne Smrekar hoffen, daß ihre Träume sich erfüllen und die lange Tüftelei für ihr Mars-Projekt an dem Jet Propulsion Laboratory der Nasa im kalifornischen Pasadena in einen Erfolg mündet. Sie sind als verantwortliche Projektmanagerin, Ingenieurin und Chefwissenschaftlerin für die baseball-großen Sonden zuständig, die gerade an Bord einer Mutter-Sonde zum Mars fliegen.

Ende des Jahres bohren sich die Sonden mit Wucht in den Boden des Roten Planeten. Sie sollen diesen mit neuartigen Technologien auf Spuren von Leben hin untersuchen. "Wir arbeiten wirklich an einem sehr risikoreichen Unternehmen", sagte die 37jährige Gavit der "New York Times". Bis Dezember muß sie warten, ob auch alles geklappt hat. Eileen Collins hat ihren Premierenflug dann schon lange hinter sich.

Hanns-Jochen Kaffsack, dpa - Foto: dpa

Geändert am 22. April 1999 12:10 von alex
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