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    Hemmleb: 1924 "unbeschreibliche" Leistung vollbracht

    Mount Everest/Neu Delhi - Die möglichen Erstbezwinger des Mount Everest haben nach Ansicht des deutschen Suchteam-Mitglieds Jochen Hemmleb 1924 eine "unbeschreibliche" Leistung vollbracht. "George Mallory und Andrew Irvine waren ihrer Zeit weit voraus", sagte Hemmleb der dpa am Freitag per e-mail vom Mount Everest. Dort sucht eine Expedition nach Beweisen dafür, daß die beiden Briten vor 75 Jahren als erste den höchsten Gipfel der Erde erreichten. Am vergangenen Wochenende hatte das Team die Leiche Mallorys entdeckt. Er und Irvine kamen 1924 unterhalb des Gipfels um.

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    Juni 1924: George Mallory (l.) und Andrew Irvine bereiten sich im Camp für den Aufstieg zum Gipfel vor.

    Bis heute bleibt ungeklärt, ob ihnen der Aufstieg damals gelang. Hemmleb hält es nach der Analyse von Quellen aus dem Jahr 1924 aber für möglich. "Von dort, wo sie gesehen wurden, ist der Gipfel in zwei bis drei Stunden zu erreichen." Bisher gelten der Neuseeländer Edmund Hillary und Tenzing Norgay vom Volk der Sherpa als Erstbezwinger. Sie waren 1953 auf der 8 848 Meter hohen Spitze des Mount Everest.

    Mittlerweile haben mehr als 700 Menschen den Gipfel des Berges in Nepal erreicht. Die Japanerin Junko Tabei war 1975 die erste Frau, der Südtiroler Reinhold Messner schaffte es 1978 zusammen mit Peter Habeler ohne Sauerstoffgerät und 1980 im Alleingang. Am Freitag wurde ein weiterer Rekord aufgestellt: Der Nepalese Babu Chhiri Sherpa übernachtete in einem Spezialzelt auf dem eisigen Gipfel.

    Die Ausrüstung heutiger Expeditionen macht solche Leistungen möglich und ist nicht mit dem zu vergleichen, was Mallory und Irvine 1924 zur Verfügung stand. "Ich habe im Basislager die geborgenen Kleidungsreste untersucht und dokumentiert", sagte Hemmleb. Mallory trug mehrere Lagen Unterwäsche aus Seide und Baumwolle, darüber Flanell, Hemden und Hosen aus Wolle sowie winddichte Überkleidung.

    "Welch ein Gegensatz zur heutigen Kleidung"

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    Eine Mitarbeiterin der Firma Kodak in Stuttgart zeigt zwei Vest Pocket Kameras aus dem, die ab 1915 gebaut wurden. Am Mount Everest wird nach der Vest Pocket Kamera des toten Bergsteigers Mallory gesucht. Kodak- Mitarbeiter sind zuversichtlich, den möglicherweise in der Kamera befindlichen Film auch nach 75 Jahren noch entwickeln zu können.

    "Welch ein Gegensatz zur heutigen Kleidung aus Polypropylen, Fleece, Daune und Tex", meinte Hemmleb. Er übermittelte der dpa seine Antworten per Internet mit Hilfe von "mountainzone.com", die auch tägliche Berichte der Expeditionsteilnehmer veröffentlichen. Hemmleb (27) studiert Geologie in Frankfurt am Main und befaßt sich bereits seit seiner Kindheit mit dem Schicksal von Mallory und Irvine.

    Ob die beiden noch beim Aufstieg oder schon beim Abstieg waren, als sie starben, ist nicht sicher. Einen Beweis könnte der noch immer verschwundene Fotoapparat Mallorys bringen, falls der Film verwertbar ist und die Bergsteiger auf dem Gipfel zeigt. Nach bisherigen Erkenntnissen sei kein Gipfel über 8000 Meter vor 1950 bestiegen worden, sagte Hemmleb. "Eine Besteigung des höchsten Berges der Welt 26 Jahre früher würde einen Meilenstein in der Geschichte des Bergsteigens bedeuten."

    dpa - Fotos: AP, dpa

    Geändert am 7. Mai 1999 16:36 von aj
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