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Bayer Leverkusen - VfL Bochum 2:0

"Toppis" Rotationsprinzip greift nicht

Leverkusen - Auch das aus der Not geborene Rotationsprinzip bringt den VfL Bochum nicht aus dem Abstiegssumpf. Obwohl Trainer Klaus Toppmöller seine Elf diesmal gleich auf sieben Positionen gegenüber der letzten Partie geändert hatte, verloren die Westfalen durch das 0:2 (0:1) beim designierten Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen zum vierten Mal in Folge und verbleiben auf dem drittletzten Tabellenplatz. Der dritte Abstieg nach 1993 und 1995 rückt immer näher.

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"Ich habe dem Ulf Kirsten noch auf dem Platz gesagt, wenn er bei uns gespielt hätte, hätte er vier Tore gemacht", kommentierte "Toppi" und weiß genau, wo es bei seiner Mannschaft hapert. Ihr fehlt ein Goalgetter, wie ihn Bayer im gegen den VfL zum 18. Mal erfolgreichen Nationalstürmer Kirsten besitzt. Seit 288 Minuten ist Bochum ohne Treffer, dennoch verbreitet Europameister Stefan Kuntz, der von Toppmöller ebenfalls aus der Mannschaft "rotiert" wurde, Optimismus: "Wir haben noch zwei Heimspiele, wenn wir die sechs Punkte holen, dann bleiben wir drin."

Daß ihn der VfL-Coach zunächst draußen gelassen und erst in der 69. Minute eingewechselt hatte, war für den 36 Jahre alten Routinier kein Problem: "Ich akzeptiere die Entscheidung, denn es waren zuletzt zwei schwere Spiele für mich in der englischen Woche. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis. Es ist egal, ob wir das mit der U-40 oder U-18 schaffen." Auch Torhüter Thomas Ernst, der seinen Stammplatz an Maik Kischko verlor, machte notgedrungen gute Miene zum bösen Spiel: "Ich akzeptiere das, auch wenn es bitter ist. Ich hätte es nicht gemacht. Ich kann den Trainer aber verstehen, wenn er in so einer Phase auf so eine Idee kommt."

Es gärte im Lager der Bochumer

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Trotzdem gärt es im Lager der Bochumer, die sich einst von den Fans als die "Unabsteigbaren" feiern ließen. Einige der in die BayArena mitgereisten Anhänger sind trotz der Kuntz'schen Zuversicht nicht ganz so optimistisch, was den Klassenerhalt anbelangt. Mit einem Transparent mit der Aufschrift "Hiltegoer raus" attackierten sie Manager Klaus Hilpert sowie VfL-Boß Werner Altegoer und machen diese für die mißliche Tabellensituation verantwortlich. Prompt sprang ihnen Toppmöller mit einer Ehrenerklärung zur Seite, auch wenn die Diktion zumindest interpretationsfähig ist: "Der VfL wäre ohne sie nicht da, wo er ist!"

Derweil freute sich Bayer-Coach Christoph Daum schon vor dem Sonntagspiel zwischen Bayern München und Hertha BSC über "den wichtigen Meilenstein, den wir in der Geschichte Bayer Leverkusens gesetzt haben". Gemeint war die direkte Qualifikation für die Champions League, die nach dem Erfolg gegen Bochum zu 99,9 Prozent in trockenen Tüchern war. Kirsten (21.) und der US-Amerikaner Frankie Hejduk (64.) waren vor 22.500 Zuschauern in der wiederum ausverkauften BayArena die Sieggaranten für die diesmal spielerisch nicht voll überzeugenden Gastgeber.

Zur Feier des Tages ein "Reggae-Tänzchen"

Während sich Hejduk über seinen ersten Bundesligatreffer freute ("Das erste ist immer das schwerste") und zur Feier des Tages ein "Reggae-Tänzchen" zu Ehren seines Idols Bob Marley hinlegte, ist für den Leverkusener Goalgetter vom Dienst die Torjägerkanone nicht das primäre Ziel. "Es wäre schön, wenn es klappt, aber es ist auch nicht schlimm, wenn ich Michael Preetz den Vortritt lassen muß. Wichtig ist nur, daß wir Tabellenzweiter sind", kommentierte Kirsten.

Beeindruckt vom Treffer des deutschen Nationalstürmers war Brasiliens Nationalcoach Wanderley Luxemburgo, der als Zuschauer auf der Tribüne weilte. "Das war ein qualitativ hochwertiges Tor wie es auch Brasilianer erzielten", lobte der Fußballehrer, der gegen Bochum in Ze Roberto nur einen seine Nationalspieler in Aktion erlebte, weil Emerson eine "Gelbsperre" abbrummte. Vielleicht wird er künftig außer diesem Duo und dem bereits von Bayer verpflichteten Robson Ponte (FC Guarani) noch einen weiteren Brasilianer im Bayer-Team beobachten können. Wie der mächtige südamerikanische Spielervermittler Juan Figer bestätigte, buhlt neben Bayern München und Borussia Dortmund auch Leverkusen aussichtsreich um Brasiliens Ausnahmetalent Fernando Baiano (Corinthians Sao Paulo). "Der König der Optionen - das ist Reiner Calmund", meinte Figer vieldeutig.

sid - Fotos: Reuters

Geändert am 9. Mai 1999 18:15 von aj
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