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Kosovo-albanischer Politiker Agani tot aufgefunden

Belgrad - Der kosovo-albanische Spitzenpolitiker Fehmi Agani (Archivfoto) ist nach einem Bericht der amtlichen jugoslawischen Nachrichtenagentur Tanjug am Samstag tot aufgefunden worden. Über die näheren Umstände seines Todes gab es widersprüchliche Angaben. Tanjug machte die Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) für den Tod des als gemäßigt geltenden Politikers verantwortlich.

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Die UCK und Angehörige Aganis dagegen gaben der jugoslawischen Seite die Schuld. Das Außenministerium in Bonn forderte eine unabhängige Untersuchung. Agani war ein Vertrauter des politischen Führers der Kosovo-Albaner, Ibrahim Rugova, und Mitglied der Delegation der Kosovo-Albaner bei den Verhandlungen von Rambouillet.

Aganis Leiche wurde Tanjug zufolge von der Polizei in der Ortschaft Lipjan, rund 20 Kilometer südlich von Pristina, gefunden. Aganis Sohn Shpend bestätigte vor Journalisten in Mazedonien Berichte, daß sein Vater am Donnerstag mit dem Zug aus dem Kosovo ausreisen wollte. Da die mazedonische Grenze aber geschlossen war, sei er im selben Zug wieder zurück nach Pristina gereist und dort von serbischen Polizisten festgenommen worden. Shpend Agani erklärte weiter, er habe persönlich mit Freunden und Familienmitgliedern gesprochen, die die Leiche seines Vaters gesehen und die serbische Polizei für den Tod verantwortlich gemacht hätten.

Bonn: Fall für das Kriegsverbrechertribunal

Am Freitag abend hatte bereits der Kosovo-Gesandte der Europäischen Union, Wolfgang Petritsch, erklärt, Agani sei von der serbischen Polizei festgenommen worden. In einem Interview der Nachrichtenagentur AP äußerte sich Petritsch am Samstag bestürzt über die Nachricht vom Tod Aganis. Die Umstände müßten umgehend geklärt werden. Das Auswärtige Amt in Bonn sprach von einem Rückschlag für die Bemühungen um eine politische Lösung des Kosovo-Konflikts und kündigte an, das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag werde sich mit dem Tod Aganis befassen müssen.

Die UCK wies die serbischen Vorwürfe zurück, sie habe Agani gefangengehalten und getötet. Ein Sprecher der UCK, Visar Reka, sagte in Tirana: "Eines ist klar, wir töten keine Albaner." Agani habe sich offenbar geweigert, "das Spiel der Serben mitzuspielen".

AP - Archivfoto: dpa

Geändert am 9. Mai 1999 13:53 von aj
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