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Mutmaßliche RAF-Terroristin stellt sich den Behörden

Barbara Meyer aus Libanon zurück

Auf Flughafen verhaftet - 42jährige streitet Straftaten ab

Karlsruhe - Die seit 1985 gesuchte mutmaßliche RAF-Terroristin Barbara Meyer ist freiwillig aus Libanon nach Deutschland zurückgekehrt und hat sich den Behörden gestellt. Sie wurde in Untersuchungshaft genommen, wie die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe am Montag bekanntgab. Die 42jährige kam den Angaben zufolge am vergangenen Samstagmorgen auf dem Frankfurter Flughafen an und wurde festgenommen. Der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof erließ erneut Haftbefehl.

Barbara Meyer steht im dringenden Verdacht des versuchten Mordes mit schwerem Raub und des versuchten schweren Raubes. Sie streitet die Beteiligung an den ihr zur Last gelegten Taten ab, wie die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Eva Schübel, mitteilte.

Meyer soll am 3. Juni 1985 zusammen mit anderen Mitgliedern der Rote-Armee-Fraktion in Kirchentellinsfurt bei Tübingen den Geldboten eines Supermarktes überfallen haben. Dieser wurde mit einem Schuß in den Hals schwer verletzt, die Täter raubten rund 157.000 Mark. Die Frau soll auch an einem mißglückten Versuch von RAF-Mitgliedern beteiligt gewesen sein, aus dem Sprengmittelbunker eines Steinbruchs bei Ottenhöfen im Schwarzwald Sprengstoff zu beschaffen. Der Sprengmeister schöpfte jedoch Verdacht und ließ sich nicht in eine Falle locken. Wer die Mittäter in den beiden Fällen waren, ist den Behörden nicht bekannt.

Ermordung des MTU-Chefs Ernst Zimmermann

Untersucht wird ferner, ob Barbara Meyer an der Ermordung des Vorstandsvorsitzenden der Motoren- und Turbinen-Union (MTU), Ernst Zimmermann, beteiligt war, der am 1. Februar 1985 in seinem Haus in Gauting bei München erschossen wurde. Außerdem geht es um eine mögliche Beteiligung an einem versuchten Bombenanschlag auf eine Nato-Offizierschule im Dezember 1984 in Oberammergau. Der Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft inzwischen möglicherweise verjährt.

Fahndung nach Ehemann läuft noch

Nach Barbara Meyers Ehemann Horst Ludwig Meyer, der ebenfalls der Beteiligung an Terrorakten der RAF verdächtig ist, wird noch gefahndet. Die Frau hat sich nach Angaben Schübels schon seit langem von ihm getrennt. Sie habe längere Zeit in Libanon gelebt und gearbeitet, hieß es. Ihre bevorstehende Rückkehr habe sie von sich aus den deutschen Behörden mitgeteilt. Auf welche Weise dies geschah, wurde nicht bekanntgegeben.

Über die Gründe, die Barbara Meyer zur Rückkehr bewogen, wollte sich Eva Schübel nicht äußern. "Sie wollte nach Deutschland zurück", hieß es lediglich.

Das Ehepaar Meyer wurde dem "harten Kern" der RAF zugerechnet und soll mithin der "Kommandoebene" der jetzt nicht mehr existierenden Organisation angehört haben. Die aus Stuttgart gebürtige Barbara Meyer hatte vorher als Telefonistin und Verkäuferin gearbeitet. Nach Ansicht der Behörden war sie die Mieterin eines möblierten Zimmers, das in Tübingen als konspirative Wohnung diente. In dem Zimmer wurden im September 1985 Unterlagen über ein Auto gefunden, das bei dem Überfall auf den Geldboten benutzt worden war.

AP

Geändert am 10. Mai 1999 16:42 von aj
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