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Beim Uni-Umbau Luftmine entdeckt

Tausende marschierten über die Bombe

Koblenz - "Bombenstimmung" an der Metternicher Uni: Wegen 1400 Kilogramm Minol 2 fällt das Studium vorerst aus! Einer der bislang größten Bombenfunde in Koblenz, zwingt am Wochenende zur Evakuierung von 14.000 Menschen.

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Die Ruhe trügt. Ein paar Polizeibeamte, ein paar Trassierbänder, ein Haufen Schutt und aufgetürmte Erde. Daraus lugt ein Mordsungetüm hervor. Wie eine gigantische Zigarre, die im Laufe von mehr als fünf Jahrzehnten einen Knick bekommen hat, liegt sie halb noch im Erdreich versunken.

Kaum zu glauben, daß Generationen von Pionieren einst darüber marschiert waren. Die Bauarbeiten für die "neue" Universität Koblenz-Landau in der ehemaligen Metternicher Pionierkaserne haben sie nun wieder ans Tageslicht gebracht.

Drei Aufschlagzünder versagten

Drei Aufschlagzünder hätten damals die Mega- Bombe zur Detonation bringen können. Hätten, doch die "Tomys" hatten Pech - und wer weiß, wie viele Koblenzer diesem glücklichen Umstand noch heute ihr Leben verdanken.

Es ist die vierte Bombe dieser Größenordnung, die der Kampfmittelräumdienst des Landes zu entschärfen hat. Drei vorausgegangene Aktionen in Trier und Ludwigshafen liefen mindestens so spektakulär (und glücklich!) ab wie das, was die Koblenzer am kommenden Pfingstmontag zu erwarten haben.

Am Pfingstmontag wird evakuiert

Ab 9 Uhr soll der Stadtteil Metternich (Oberdorf) geräumt werden. Auch das - zum Glück wegen des Feiertags fast leerstehende - Verwaltungszentrum wird abgeriegelt, die Krankenhäuser Marienhof und Kemperhof weitgehend evakuiert. Damit kommt auf das Koblenzer Amt für Brand- und Katastrophenschutz mit seinem Chef Hans-Josef Hammerschmitt ein größerer Einsatz zu als je ein "Jahrhundert-Hochwasser" bisher ausgelöst hat.

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Über die Medien und mit Flugblättern werden alle betroffenen Bürger informiert. Ein Tip: Wer kann, macht einfach einen Pfingstausflug. Bis zum Mittag soll der ganze Spuk vorbei sein.

50köpfiger Krisenstab

Im 50köpfigen (!) Krisenstab wurden gestern stundenlang erste Evakuierungspläne ausgearbeitet: Häuserräumung, Sperrung der Straßen, des Schiffahrtsweges Mosel, des Luftraums über Koblenz. Wohin mit den Patienten aus den Krankenhäusern? Städtische Liegenschaften, Schulen, Turnhallen werden vorbereitet. Die Zeit läuft davon.

Um elf Uhr dann beginnt der Sprengstoffexperte mit seiner Arbeit. Nach einer Stunde hoffen alle, aufatmen zu können.


Info-Telefon der Feuerwehr: 0261/40404-10 oder -20. Weitere, ausführliche Informationen in der morgigen Ausgabe unserer Zeitung und in RZ-Online.

Peter Burger, RZ; Fotos: Volker Riediger, Uni Koblenz

Geändert am 20. Mai 1999 23:46 von jo
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