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Großer Bahnhof bei Klinsmanns Abschied:

"Das wird mir nahegehen"

Stuttgart - Mit einem rauschenden Fest wollen schwäbische Fans und internationale Stars Jürgen Klinsmann von der Fußballbühne verabschieden. Bei der Gala unter dem Motto "More than a game" am Pfingstmontag (18.00 Uhr/live in der ARD) in Stuttgart rechnet der 108malige Nationalspieler mit mehr als 50.000 Zuschauern und einem ausverkauften Daimlerstadion.

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"Das Wort Abschiedsspiel gefällt mir nicht so. Es soll mehr eine Festveranstaltung und ein großer Spaß werden", sagt der Weltmeister von 1990. Fast elf Monate nach dem WM- Aus der deutschen Nationalelf in Frankreich präsentiert sich der 34jährige Stürmer, der inzwischen mit Ehefrau Debbie und Filius Jonathan (2) in Kalifornien lebt, noch einmal der Öffentlichkeit.

Geld komplett für guten Zweck

Jeweils eine Halbzeit lang wird er bei den "VfB All Stars" und bei "Jürgens Dream Team" mitspielen - und danach vielleicht die eine oder andere Träne verdrücken. "Das wird mir schon nahegehen", glaubt Klinsmann, der einst in Stuttgart mit seinem ausgelassenen Torjubel die Herzen der Zuschauer eroberte und in den vergangenen Tagen bei seiner PR-Tour auf viel Sympathien stieß. Nachdem ihm der DFB ein Abschiedsspiel verweigert hatte, zog Klinsmann in Eigenregie und mit Hilfe der Kickers und des VfB seine eigene Fete auf. Der Reinerlös geht komplett an Kinderhilfs-Organisationen. "Es ist das erste Mal, daß ein Spieler sich verabschiedet und das ganze Geld für einen guten Zweck verwendet wird", betont VfB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder.

Klinsmann hat für seine Gala nur Spieler eingeladen, "zu denen ich eine persönliche Beziehung habe". In der Stuttgarter Mannschaft, die von den früheren VfB-Trainern Arie Haan und Helmut Benthaus trainiert wird, treten unter anderem Eike Immel, Carlos Dunga, Asgeir Sigurvinsson, Frank Verlaat und Fredi Bobic an. Bei "Jürgens Dream Team" mischen zahlreiche Weggefährten aus seiner Zeit bei Inter Mailand, Tottenham Hotspur und beim AS Monaco mit: die französischen Weltmeister Liliam Thuram, Youri Djorkaeff und Emanuel Petit zum Beispiel, die englischen Nationalspieler Ian Walker und Darren Anderton sowie die Italiener Nicola Berti und Guiseppe Bergomi.

Bayern-Spieler mußten absagen

Die internationale Auswahl wird von Berti Vogts und dem Argentinier Osvaldo Ardiles (früher Tottenham) betreut, als Gast hat sich auch Argentiniens WM-Trainer von 1978, Cesar Luis Menotti, angesagt. Eingeladen hat der einstige "Schwabenpfeil" auch Nationalteamkollegen wie Andreas Köpke, Thomas Häßler und Pierre Littbarsi sowie Spieler, die er immer bewundert hat: Kevin Keegan, Ruud Gullit und Bernd Schuster. Wegen des Champions League-Finales am Mittwoch in Barcelona gegen Manchester United konnte Klinsmann keine Bayern-Spieler aufbieten, Franz Beckenbauer will jedoch kommen.

"Ich würde mich freuen, wenn die Zuschauer nach dem Spiel sagen: Das hat echt Spaß gemacht heute", sagt der Europameister von 1996, der ein umfangreiches Rahmenprogramm organisiert hat. Auf dem Gelände der Kickers wird tagsüber ein Jugendturnier mit 64 Teams gespielt, die Endspiele werden im Daimlerstadion ausgetragen. Dort sorgen auch ein "Funpark", Künstler und Artisten vom Europapark in Rust, der SWR sowie Fools's Garden und Dieter Thomas Kuhn für Unterhaltung. In der Halbzeit hat gar ein internationaler Rockstar seinen Auftritt: der Kanadier Bryan Adams. "Damit geht in Erfüllung, was eher ein Traum war", freut sich Klinsmann über die Zusage seines Lieblingssängers.

Käfer-Cabrio gibt's nicht mehr

Mit dem Abschiedsspiel kehrt der "verlorene Sohn" der Stuttgarter Fußballgemeinde noch einmal auf jenen Rasen zurück, wo er seine Karriere startete. "Hier habe ich Schritt für Schritt den Weg zum internationalen Fußball gemacht", erinnert sich "Klinsi". Von 1984 bis 1989 erzielte er in 156 Bundesliga-Spielen 79 Tore für den VfB. Darunter jenen phänomenalen Fallrückzieher am 14. November 1987 beim 3:0 gegen den FC Bayern - das Tor des Jahres. Seinem Ex-Trainer Arie Haan ist Klinsmann heute noch dankbar, "daß er mir empfohlen hat, ins Ausland zu wechseln".

Am Montag wird er allerdings nicht mehr wie früher oft von der elterlichen Bäckerei in Botnang in seinem geliebten Käfer-Cabrio zum Cannstatter Wasen fahren. "Den gibt's nicht mehr. Auf dem Weg von Tottenham nach München ist er dreimal stehengeblieben."

Ulrike Bohl, dpa - Foto: AP

Geändert am 21. Mai 1999 17:39 von jp
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