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15.000 Menschen in Koblenz evakuiert

Zwei-Tonnen-Bombe entschärft

Koblenz - Die größte nach 1945 in Koblenz gefundene Bombe ist am Pfingstmontag entschärft worden. Fünf Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes (KMRD) Rheinland-Pfalz brauchten rund eine halbe Stunde, um die fast zwei Tonnen schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich zu machen. In einem Umkreis von 1,8 Kilometern, einem Viertel des Koblenzer Stadtgebiets, waren zuvor rund 15.000 Menschen evakuiert worden. Sie mußten für gut vier Stunden ihre Wohnungen verlassen.

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Ein Teil der Bahnstrecke Koblenz-Trier wurde für etwa zweieinhalb Stunden gesperrt. Bahn- Reisende zwischen Koblenz und Kobern- Gondorf (Kreis Mayen-Koblenz) mußten zwischen 10.20 und 13.00 Uhr auf Sonderbusse umsteigen. Im Stadtgebiet wurden der Schiffsverkehr auf der Mosel und der Flugverkehr vorübergehend eingestellt. Die englische Bombe war am vergangenen Donnerstag im Stadtteil Metternich bei Ausschachtungsarbeiten für ein neues Gebäude der Universität Koblenz-Landau gefunden worden.

"Es war reine Routine", berichtete Horst Lenz vom KMRD nachdem er die Bombe unschädlich gemacht hatte. "Nur einer der drei Aufschlagzünder machte beim Aufschrauben etwas Schwierigkeiten." Anschließend sollte der entschärfte Blindgänger nach Ulmen transportiert und dort zerlegt werden. "Einfach sprengen ist nicht möglich, weil wir nicht so ein großes Sicherheitsgebiet haben", erläuterte Lenz.

Werbezeppelin verzögerte Evakuierung

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Seit 9.00 Uhr hatten 15 Lautsprecherwagen des Technischen Hilfswerks die Anwohner in den Stadtteilen Metternich, Rauental, Moselweiß und Güls aufgefordert, ihre Rolläden herunterzulassen und die Gefahrenzone zu verlassen, entweder auf eigene Faust oder mit Sonderbussen. In acht Schulen konnten sie sich vorübergehend aufhalten; von dem Angebot machten aber nur wenige Gebrauch. Fünf Altersheime, zwei Krankenhäuser sowie Teile des Bundeswehr- Zentralkrankenhauses wurden ebenfalls geräumt. Die Einsatzleitung hatte einen Feiertag als Termin gewählt, um nicht zusätzlich mehrere tausend Berufstätige evakuieren zu müssen.

Mehr als 1.000 Helfer von Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen aus dem ganzen Bundesland überwachten die Evakuierung. Polizeibeamte gingen von Haus zu Haus, um mit Klingeln und Rufen zu überprüfen, ob alle Wohnungen geräumt waren und sie vor möglichen Einbrechern zu schützen. Sieben Anwohner hätten eindringlich zum Verlassen ihrer Häuser überredet werden müssen, berichtete die Polizei. Sie verzögerten die Evakuierung genauso wie ein Werbezeppelin.

500 Krankenwagen und Versorgungsfahrzeuge bereit

Für den Fall einer Explosion der Bombe standen nach Auskunft des leitenden Notarztes der Einsatzleitung, Karl Heinz Kienle, mehr als 500 Krankenwagen und Versorgungsfahrzeuge bereit: "So viele gab es noch bei keinem Einsatz in Rheinland-Pfalz."

Vier Bomben mit mehr als 1.000 Kilogramm Gewicht wurden in den vergangenen fünf Jahren in Rheinland-Pfalz nach Angaben des Innenministeriums entschärft. In Ludwigshafen mußten im Dezember 1997 sogar 26.000 Menschen evakuiert werden. Damals war eine Zwei-Tonnen- Bombe auf einem Feld neben der Bundesstraße nach Speyer im Stadtteil Rheingönheim gefunden worden.

dpa - Fotos: dpa

Geändert am 24. Mai 1999 18:03 von jp
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