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Jürgens Dream-Team - VfB-Allstars 8:6 (1:2)

"Ciao Klinsi" - Ovationen zum Abschied

Stuttgart - Ciao Klinsi! Mit einer Ehrenrunde vier Minuten vor Schluß nahm Idol Jürgen Klinsmann am Pfingstmontag endgültig Abschied von der Fußball-Bühne und wurde von den 53.000 begeisterten Fans im ausverkauften Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion mit "Standing Ovations" in den sportlichen Ruhestand begleitet.

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"Es hat vor so einem Publikum wahnsinnig viel Spaß gemacht. Schöner kann man es nicht haben. Es ist unglaublich, in diesem Stadion mein letztes Spiel machen zu dürfen. Ich schäme mich nicht für meine Tränen. Es war ein unvergeßliches Erlebnis", sagte der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalelf bei seinem letzten und rührenden "Goodbye" unter Tränen. Nach seinem symbolischen Tritt gegen eine Werbetonne in Anlehnung an seinen berühmten Ausraster während seiner Zeit bei Bayern München gingen zu den Klängen der Hymne "Time to say goodbye" und Konfettiregen Böllerschüsse in den Stuttgarter Abendhimmel hoch.

Das Abschiedsspiel des Welt- und Europameisters, das unter dem Motto "More than a Game (Mehr als ein Spiel)" stand, zwischen "Jürgens Dream Team" und den VfB-Allstars mit zahlreichen Wegbegleitern aus "Klinsis" glanzvoller Karriere geriet zu einem rauschenden Fußball-Fest. Der 108malige Nationalstürmer, der jeweils eine Hälfte lang für die Allstars und sein Dream Team spielte, verabschiedete sich an seiner früheren Wirkungsstätte mit einem "Sechserpack" von seinen Fans.

Cleverness, Torgefährlichkeit und Einsatzwille

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Insgesamt waren Nationalspieler aus 14 Ländern sowie ein gutes Dutzend Weltmeister am Ball. Sogar Tennis-Idol Boris Becker gab "Klinsi" zum Abschied die Ehre. Die Partie gewann Jürgens Dream-Team 8:6 (1:2). In der Halbzeitpause hatte Popstar Bryan Adams, ebenfalls ein Freund von Klinsmann, den Zuschauern musikalisch eingeheizt.

Klinsmann bot bei seinem letzten Auftritt nochmals all jene Tugenden, die ihn immer ausgezeichnet hatten. Cleverness, Torgefährlichkeit und Einsatzwille prägten auch am Pfingstmontag sein Spiel. "Es hat Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten, obwohl es mit Jürgen nicht einfach war", sagte "Kaiser" Franz Beckenbauer. Und Ehrenspielführer Uwe Seeler meinte: "Jürgen hatte eine Eigenschaft: Er hat immer bis zum Schluß gerackert und gekämpft. Das hat ihn so wertvoll gemacht. Solche Stürmer sind Mangelware. Schade, daß er aufhört."

Frieden mit Matthäus

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Am 4. Juli 1998 hatte Klinsmann nach dem WM-Viertelfinalaus der DFB-Auswahl gegen Kroatien (0:3) seine Karriere beendet. Seitdem lebt er in den USA. Dort steht inzwischen die Familie mit Söhnchen Jonathan und seine berufliche Weiterbildung im Vordergrund. "Es gibt Wichtigeres im Leben als Fußball", erklärte Klinsmann. Trotzdem wird der Schwabe dem Fußball als Repräsentant eines Sportartikelherstellers verbunden bleiben.

Vor seinem letzten großen Auftritt schloß Klinsmann sogar mit seinem einstigen Intimfeind Lothar Matthäus Frieden. Allerdings fehlte Rekordnationalspieler Matthäus. Der 38jährige hatte Klinsmann zunächst als einer der ersten für das Abschiedsfest zugesagt, mußte dann aber wegen des Champions-League-Finales von Bayern München am Mittwoch in Barcelona wieder absagen.

"Globetrotter" mit Bäckergesellen-Brief

Doch nicht nur mit Matthäus hat Klinsmann seinen Frieden geschlossen. Trotz des Ärgers um sein Abschiedsspiel kann Klinsmann sich inzwischen sogar wieder vorstellen, für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Rolle als WM-Botschafter 2006 zu übernehmen. "Damit hätte ich keine Probleme, ich bin nicht nachtragend. Die Zusammenarbeit wäre ja auch nicht eine persönliche Geschichte mit dem einen oder anderen Herren vom DFB. Es geht rein darum, den deutschen Fußball zu vertreten, mit der Hoffnung, daß die WM 2006 in Deutschland stattfindet."

Mit seiner internationalen Erfahrung wäre Klinsmann für die Rolle prädestiniert: Stuttgarter Kickers, VfB Stuttgart, Inter Mailand, AS Monaco, zweimal Tottenham Hotspur, Bayern München und Sampdoria Genua hießen die Profi-Stationen des "Globetrotters" mit Bäckergesellen-Brief. Weltmeister 1990, Europameister 1996, zweimal Uefa-Cup-Sieger (1991/1996), Deutscher Meister, "Fußballer des Jahres" in Deutschland (1988/1994) und England (1995), Olympia-Bronze 1988 - die Liste der Erfolge ist lang.

Die Gesamteinnahme in Millionenhöhe kommt ausschließlich dem von Klinsmann gegründeten Kinderhilfswerk Agapedia zugute.

Thomas Niklaus, sid - Fotos: AP, dpa

Geändert am 25. Mai 1999 10:56 von jp
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