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Jürgen Zäck gewinnt Ironman-Europe in Roth

Den Fluch von Hawaii besiegen

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 Jürgen Zäck.

Roth - Teufelskerl, Sunnyboy, Kraftprotz, Altmeister - Jürgen Zäck bekam im vergangenen Jahrzehnt viele Spitznamen. Seinen ersten Sieg beim Ironman-Europe in Roth erkämpfte er 1989. Zehn Jahre später überquerte er am Sonntag nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad und 42 km Laufen erneut als Sieger die Ziellinie.

Der 33jährige "Altmeister" fand diesen Erfolg zwar unglaublich, im Hintergrund aber lauert ein "Fluch". In Hawaii gelang danach nie der große Coup. Platz zwei war 1997 hinter Thomas Hellriegel (Bruchsal) seine bisher beste Plazierung. "Da kannst du vorher alles gewinnen, aber wenn du in Hawaii verlierst, bist du der Loser der Saison", so der Ausnahmeathlet, der am 23. Oktober seinen nunmehr zehnten Anlauf beim legendären Ironman auf der Pazifik-Insel nimmt.

Nach dem Dreifach-Erfolg 1997 in Kona brach Zäck im vergangenen Jahr auf der Marathon-Distanz ein. Er spuckte Blut, seine Füße waren geschwollen, und die Hitze drückte auf den Kreislauf. Das Wort Aufgeben kennt Jürgen Zäck jedoch nicht. Er ließ sich bis auf Platz 246 durchreichen und kam nach 10:20 Stunden ins Ziel. Nach diesem Erlebnis galt die Konzentration in dieser Saison: Hawaii. Den Dreikampf im Frankenland wollte er aus trainingsmethodischer Sicht bereits absagen. Doch ein neuer Termin machte den Start dennoch möglich. Der Ironman-Europe wurde um zwei Wochen nach vorn, der Hawaii-Ironman drei Wochen nach hinten verlegt. "Daher habe ich fünf Wochen mehr Vorbereitung", betonte Zäck.

180 Kilometer langer Hursarenritt mit dem Rad

Diese nutzt er bis ins Detail. Keine ultralangen Trainingseinheiten wie Hellriegel, sondern Qualität statt Quantität. "Sieben Wochen vor Roth habe ich sehr intensiv trainiert. Da hatte jeder Tag gesessen", so Zäck. Konkurrent Hellriegel übertreibt dagegen mit dem Umfang. Radtraining mit dem Profi-Rennstall Mapei in der Höhe von Sierra Nevada sowie Trainingseinheiten mit der deutschen Schwimm-Nationalmannschaft standen auf dem Programm. "Bei den Spezialisten kann man viel lernen, doch man muß rechtzeitig die Bremse einlegen", meinte Hellriegel, der seine Radbestzeit in Roth an Zäck (4:14:18 Stunden) verlor.

Bei seinem futuristischen Rad speckte Zäck vorher noch einmal ab. Die Rennmaschine wog in Roth nicht einmal neun Kilogramm. Nach seinem 180 km langen Husarenritt bei Wind und nasser Fahrbahn empfahl sich der wohl beste Radfahrer der Triathlon-Szene für höhere Aufgaben. "Ich warte jeden Moment auf den Anruf von Telekom. Walter Godefroot braucht doch noch Leute für die Tour de France. Ein bißchen französisch kann ich auch", scherzte Zäck im Ziel. Seine wahren Träume sehen aber anders aus: "Der Hawaii-Sieger sollte vom Triathlon-Weltverband eine Wildcard für die Kurzdistanz bei den Olympischen Spielen in Sydney bekommen. Das ist meine Hoffnung." Dafür muß er beim zehnten Anlauf aber den "Hawaii-Fluch" besiegen.

Frank Kastner, dpa - Foto: dpa

Geändert am 28. Juni 1999 10:56 von sle
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