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Stichwort: Die Abtreibungspille Mifegyne

Berlin - Die heftig umstrittene Abtreibungspille Mifegyne (früher: RU 486) ist das erste Medikament für einen frühzeitigen Schwangerschaftsabbruch. Das Präparat wirkt wie eine Art Anti-Hormon: Es verhindert die Wirkung des Schwangerschaftshormons Progesteron, mit dessen Hilfe sich das befruchtete Ei in die Gebärmutter einnistet. Mifegyne bewirkt daher, daß der Embryo von der Gebärmutter abgestoßen wird oder sich erst gar nicht darin festsetzt.

Wird das Mittel mit wehenfördernden Prostaglandin-Präparaten kombiniert und innerhalb der ersten neun Wochen nach der Befruchtung eingesetzt, löst es mit nahezu hundertprozentiger Wirkung eine Fehlgeburt aus. Die Nebenwirkungen sind unter anderem Übelkeit oder Krämpfe. Die herkömmlichen chirurgischen Eingriffe - Ausschabung und Absaugverfahren - gelten als deutlich riskanter für die Frau. Auch Mifegyne soll jedoch nur vom Arzt gegeben werden.

Entwickelt wurde das Präparat von der französischen Firma Roussel- Uclaf. Nachdem die Rechte einige Zeit bei der Hoechst AG lagen, gingen sie 1997 auf den Erfinder Eduoard Sakiz (Paris) über, der die französische Firma Exelgyn gründete.

Mediziner versprechen sich von dem Anfang der 80er Jahre entdeckten Wirkstoff auch Vorteile bei der Behandlung anderer Krankheiten, etwa von Brustkrebs. Mifegyne wird von Abtreibungsgegnern abgelehnt. Auch auf ihren Druck hin wurde die Zulassung bislang in Deutschland und vielen weiteren Ländern der Welt verhindert. In Frankreich war Mifegyne bereits 1988 zugelassen worden.

dpa

Geändert am 6. Juli 1999 15:38 von aj
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