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. . . Warum brannte die "Pallas"?

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Als eine denkbare weitere Variante der Brandursache nannte der Gutachter eine brennende Zigarette, die bei Hafenarbeiten in den Laderaum gekommen sein könnte. Dies halte er aber nicht für sehr wahrscheinlich. Grundlage für sein Gutachten seien zahlreiche Unterlagen, darunter Schilderungen der Besatzung, Berichte der Wasserschutzpolizei sowie Wrackbegehungen.

Der Experte für Brandentstehung und -bekämpfung legte auch Mängel bei der Brandbekämpfung an Bord dar. So hätte der Kapitän große Mengen Kohlendioxid zum Löschen einsetzen müssen, habe aber nur etappenweise versucht, mit CO2 zu löschen. Außerdem sei es nicht möglich gewesen, die Laderäume luftdicht zu verschließen. Die Ladung sei so verstaut gewesen, dass man an die Verschlüsse nicht heran gekommen sei. Zudem habe der Kapitän Order vom Reederei-Inspekteur erhalten, kein Wasser mehr in die Laderäume zu pumpen. Ein anwesender Vertreter der italienischen Reederei konnte dazu nicht Stellung nehmen.

Disput über "Oceanic"-Einsatz

Gleich zu Beginn der Seeamtsverhandlung war es zu einem Disput unter den Experten über den Einsatz des Hochseeschleppers "Oceanic" gekommen. Der Kapitän der "Oceanic", Michael Pohl, bekräftigte seine Auffassung, der Hochseeschlepper hätte mehrere Stunden früher beim Havaristen sein können. Die "Oceanic" hatte zuvor einen anderen Havaristen abgeschleppt und war dann für eine Pause nach Helgoland beordert worden. Andere Experten waren der Ansicht, die Aussagen Pohls seien nur eine Vermutung.

Die mit Holz beladene "Pallas" war am 25. Oktober vergangenen Jahres vor der dänischen Nordseeküste in Brand geraten. Die Besatzung war mit Rettungshubschraubern geborgen worden, ein Matrose kam ums Leben. Wenige Tage später war die "Pallas" nach mehreren vergeblichen Schleppversuchen vor Amrum gestrandet.

Ausgiebige Recherchen

Zu Beginn der Verhandlung referierte der Vorsitzende des Seeamtes, Jochen Hinz, die wesentlichen Erkenntnisse der Vorermittlungen. Er wies darauf hin, dass das Seeamt, das der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord in Kiel angehört, kein Gericht sei und die Beteiligten keine Beschuldigten. Es gehe um die Ursachenforschung. Für die Verhandlung sind vorerst sechs Tage anberaumt.

Das Seeamt hatte in den letzten Monaten ausführlich ermittelt. Recherchiert worden war in schwedischen Häfen, in denen die "Pallas" Holz aufgenommen hatte. Hinz hatte ferner den polnischen Kapitän der "Pallas" befragt und das Wrack selbst besucht, das auch Berufstaucher im Auftrag des Seeamtes genau inspizierten.

Die Brandbekämpfung und die Entsorgung des an Bord befindlichen Öls dauerten mehrere Wochen und kosteten rund 14 Millionen Mark. Durch ausgelaufenes Öl kamen mehr als 10.000 Seevögel um. Seit Anfang des Jahres beschäftigt sich auch ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss des schleswig-holsteinischen Landtags mit den Ursachen und Folgen der Havarie.

AP - Archivfoto: AP - Grafik: AP

Geändert am 16. August 1999 16:54 von aj
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