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Ex-Oberstadtdirektor beging Selbstmord

Dieter Diekmann (Bonn) hat sich in Untersuchungshaft erhängt

Bochum - Der ehemalige Bonner Oberstadtdirektor und Veba- Immobilienmanager Dieter Diekmann hat in der Untersuchungshaft Selbstmord begangen. Der 60-Jährige erhängte sich am Samstagvormittag mit einem Bettlaken am Fensterkreuz seiner Einzelzelle in einem Bochumer Gefängnis, teilte das Düsseldorfer Justizministeriums am Sonntag mit. Gegen das frühere Vorstandsmitglied der Deutschen Bau und Grundstücks AG in Bonn wurde wegen Bestechung, Untreue und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen den Bauunternehmer Berthold Kaaf sowie dem ebenfalls inhaftierten Chef der Bayerischen Beamten Versicherung (BBV), Klaus Dieter Schweickert. Während seiner Zeit als Oberstadtdirektor in Bonn soll Diekmann zusammen mit den beiden beim Verkauf des Bürogebäudes des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) die beteiligten Firmen um sechs Millionen Mark geschädigt haben.

Diekmann und Kaaf hätten sich dabei um 1,5 Millionen Mark bereichert. Weitere drei Millionen Mark soll der ehemalige BBV-Chef kassiert haben. In dem Fall ist Schweickert der Hauptbeschuldigte, der seine Mittäter zu den Machenschaften genötigt haben soll.

Ans Licht kam der Korruptionsfall im Mai, als bei der Veba, die über ihre Immobilientochter Viterra mit 50 Prozent an der Deutschen Bau- und Grundstücks AG beteiligt ist, ein anonymer Brief einging. Darin war behauptet worden, dass von der Maklerprovision beim Kauf des BMZ-Gebäudes "ein Betrag in Höhe von 5,95 Millionen Mark an verschiedene beim Erwerb der Immobilie beteiligte Herren zurückgeflossen sei".

Abschiedsbrief gefunden

Diekmann war in der Zeit von 1987 bis 1995 Oberstadtdirektor von Bonn. Im Dezember 1995 wechselte er als Vorstandsmitglied zur Deutschen Bau- und Grundstücks AG (Bonn). Als Kandidat der CDU ließ er sich 1997 für das Amt des Oberbürgermeisters aufstellen, zog die Bewerbung ein Jahr später aber wieder zurück. Bevor er nach Bonn kam, war Diekmann Oberkreisdirektor im niedersächsischen Stade und Kreisdirektor im nordrhein-westfälischen Höxter.

Diekmann war nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Juli verhaftet und vom Veba-Konzern von seinen Aufgaben entbunden worden. Wenig später kamen auch Kaaf und Schweickert, der im August in Insbruck festgenommen wurde, ins Gefängnis. Die Ermittlungen sollten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek. Nach dem derzeitigen Stand sei mit einer Anklageerhebung zu rechnen gewesen. In der Zelle Diekmanns sei ein Abschiedsbrief gefunden worden, hieß es. Zu Einzelheiten der Todesumstände will die Bochumer Staatsanwaltschaft an diesem Montag Stellung nehmen. Diekmann hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder.

dpa

Geändert am 19. September 1999 17:24 von aj
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