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UN-Friedenstruppe im EinsatzMission in Ost-Timor hat begonnen - Landung nach MitternachtDili - Mit dem Eintreffen eines australischen Vorauskommandos in Dili hat am Sonntag der Einsatz der UN-Truppe in Ost-Timor begonnen. Der Kommandeur der Truppe, der australische Generalmajor Peter Cosgrove, landete am Morgen mit seinem Stab zu einer mehrstündigen Stippvisite in der Ost-Timorischen Hauptstadt. Bevor er am Abend nach Darwin zurückflog, fuhr er mit einem Konvoi durch die Straßen und nahm die dortigen Zerstörungen in Augenschein. Danach traf er zu einer Unterredung mit dem indonesischen Kommandeur Ost-Timors, Generalmajor Kiki Syahnakri, zusammen.
Die ersten Soldaten der internationalen Truppe sollten am Montagmorgen um 6.30 Uhr (0.30 Uhr MESZ) in Dili eintreffen. Bis zum Abend sollen 2.500 Blauhelme sowie zehn Hubschrauber in der Stadt stationiert sein. Cosgrove selbst wird am Montag um 11.00 Uhr in Dili zurückerwartet. Bis zum Ende der Woche sollen rund die Hälfte der insgesamt 7.500 Mann starken Streitmacht und mehrere Kriegsschiffe in Ost-Timor sein. Begleitet von einem indonesischen Militärkonvoi fuhr Cosgrove durch die Straßen Dilis und nahm dabei die Zerstörungen in Augenschein, die proindonesische Milizen in den vergangenen Wochen angerichtet hatten. Die indonesischen Truppen hatten sich vor dem Eintreffen des UN-Vorauskommandos sichtbar Mühe gegeben, Trümmer und andere Spuren der Gewalt zu beseitigen. Vor seinem Abflug warnte Cosgrove die proindonesischen Milizen vor weiterer Gewalt. Die von Australien angeführte Friedenstruppe sei in der Lage, bei eventuellen Übergriffen hart zurückzuschlagen, erklärte der Kommandeur. Er hoffe jedoch, dass dies nicht nötig sein werde. Terror in den Lagern geht weiter
Dennoch hielten sich selbst während Cosgroves Besuch noch Milizionäre in der Nähe des Hafens von Dili auf. Nach seinem Abflug waren aus der Umgebung des Flughafens Schüsse zu hören und schwarzer Rauch stieg auf. In den Flüchtlingslagern in Westtimor gehe der Terror der Milizen weiter, sagte ein Mitarbeiter einer australischen Hilfsorganisation. Bewaffnete proindonesische Milizen terrorisieren nach Angaben eines UN-Sprechers weiterhin Flüchtlinge. Einige Milizen hatten angekündigt, den Kampf gegen die Unabhängigkeit Ost-Timors fortführen und die UN-Soldaten angreifen zu wollen. Der Führer der Ost-Timorischen Unabhängigkeitsbewegung Fretilin, Jose Alexandre Gusmao, verließ Indonesien am Samstag und flog nach Angaben der britischen Botschaft nach Darwin, wo er sich mit anderen Fretilin-Führern traf. Mit ihnen besprach er die Gründung einer Übergangsregierung für die Zeit nach dem Abzug der Indonesier. Der 53-jährige hielt sich seit seiner Entlassung aus indonesischer Gefangenschaft Anfang September in der britischen Botschaft in Jakarta auf. Sein Anwalt sagte, Gusmao werde aber nicht nach Ost-Timor zurückkehren, bevor die Friedenstruppen der Gewalt ein Ende gemacht hätten.
Rotes Kreuz will Lazarett liefernDas Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) kündigte unterdessen für Mittwoch eine Hilfsoperation an. Eine IKRK-Sprecherin in Dili sagte, unter anderem sollte ein Lazarett nach Dili gebracht werden, um das einzige Zivilkrankenhaus in der halb zerstörten Stadt zu entlasten. Das Lazarett werde vom norwegischen Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. AP - Fotos: AP
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| Geändert am 19. September 1999 17:31 von aj | ||||