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Vuelta: Jan Ullrich wehrt alle Angriffe der Verfolger ab

Schwerstarbeit für Goldene Trikot

Alto de Abantos - Die letzte schwere Gipfelankunft der 54. Spanien-Rundfahrt hat Jan Ullrich im Goldenen Trikot bewältigt, der erst Vuelta-Gesamtsieg ist für den Telekom-Kapitän in greifbare Nähe gerückt.

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In der Hochebene Kastiliens hat der gebürtige Rostocker die Führung im Gesamtklassement erfolgreich verteidigt und geht nun mit 30 Sekunden Vorsprung vor dem Spanier Igor Gonzalez Galdeano auf die Schlussetappen.

Dank an die Mannschaft

Auf dem letzten steilen Anstieg zum 1.650 Meter hohen Alto de Abantos hatte Ullrich Schwerstarbeit zu verrichten, behauptete sich aber gegen die erwartete Großoffensive der spanischen Teams mit Bravour. "Es war heute sehr, sehr schwer. Aber wir haben unser Ziel erreicht. Ich fahre immer noch im Goldenen Trikot und habe das vor allem meiner Mannschaft zu verdanken", sagt Jan Ullrich, der nach dem Tour-de-France-Sieg und den beiden zweiten Plätzen bei der "Großen Schleife" hinter Bjarne Riis (1996) und Marco Pantani (1998) vor einem weiteren Meilenstein seiner Karriere steht, aber immer noch abwiegelt. "Noch bin ich nicht in Madrid" sagt der Merdinger mit Hinweis auf das schwere Zeitfahren am Samstag.

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Beim Tagessieg von Robert Laiseka ließ Ullrichs Telekom-Crew nichts anbrennen, am Ende aber war Ullrich allein auf sich gestellt. Auf dem schweren Teilstück über 166,3 Kilometer von Guadalajara mit zwei Bergwertungen der ersten und einer der zweiten Kategorie rollte der Telekom-Express in der Idealspur. Dank seiner aufopfernd kämpfenden Gefährten hat Ullrich nun beste Aussichten, als dritter Deutscher nach Rudi Altig (1962) und Rolf Wolfshohl (1965) den Vuelta-Thron zu besteigen.

Erster Sieg für Laiseka

Die Triumphfahrt in Gold konnte Gonzalez Galdeano nicht stoppen. Der Spanier machte nur 19 Sekunden gut und erreichte auf dem fünften Platz 36 Sekunden hinter seinem Landsmann Laiseka das Ziel. Der 30-Jährige hatte sich drei Kilometer vor Etappenende aus der neunköpfigen Spitzengruppe abgesetzt und machte seinen ersten Profisieg mit 18 Sekunden Vorsprung auf den Belgier Frank Vandenbroucke perfekt. Ullrich wurde 55 Sekunden zurück Achter.

Team Telekom hielt sich an die Anweisungen

"Fahren was geht", hatte Telekom-Teamleiter Rudy Pevenage als Tagesparole herausgegeben und seine Crew hielt sich daran. "Wir mussten heute voll fahren, weil wir den entscheidenden Angriff der Spanier erwartet haben. Den Rest musste Jan am Ende allein machen", sagte der Belgier.

Dabei war sein Team mit Handicaps an den Start gegangen. Der am Mittwoch von einer übereifrigen Zuschauerin zu Fall gebrachte Kölner Ralf Grabsch trat mit einer schmerzhaften Steißbeinprellung an, Danilo Hondo wurde von Wadenproblemen im linken Bein gequält. Der Cottbuser war deshalb mit einem Wärmepflaster ausgestattet.

Telekom stellte die Ausreißer

Aus dem langgezogenen Feld hatten sich am Donnerstag zehn Kilometer nach dem Start sechs Fahrer abgesetzt, wobei auch Mikel Zarrabeitia wie am Vortag wieder dabei war. Zu den Ausreißern gesellte sich der Spanier Jon Odriozola, der bei Kilometer 98 am 1.830 Meter hohen Puerto de Cotos im dichtem Nebel gemeinsam mit Zarrabeitia und dem Russen Sergej Smetanin davonfuhr. Mit Tempo 96 km/h raste das Trio die Abfahrt herunter und ließ die bisherigen Begleiter um rund eine Minute hinter sich.

Knapp drei Minuten betrug zu diesem Zeitpunkt der Rückstand des Hauptfeldes, in dem die "Telekoms" unermüdlich arbeiteten. Die Bonner Mannschaft schirmte ihren Kapitän ab und fuhr ständig an der Spitze des Pelotons, das rund 15 Kilometer vor dem Ziel sämtliche "Flüchtlinge" eingeholt hatte.

Berg- und Talfahrt am Freitag

Am Freitag steht noch einmal eine Berg- und Talfahrt bevor. Gleich nach dem Start in San Lorenzo del Escomal geht es zum "Aufwärmen" über den "drittklassigen" Alto de la Cruz Verde, bevor nach der Schuss-Fahrt ins Tal die drei Sprintwertungen des Tages folgen. Danach stehen binnen zwölf Kilometern zwei Bergprüfungen der ersten Kategorie auf dem Programm. Die 19. Etappe endet nach insgesamt 184,6 Kilometer in Avila.

Von Fernando Medialdea, sid - Fotos: AP, dpa

Geändert am 23. September 1999 17:54 von sab
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