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USA lockern Export von Verschlüsselungscodes

Harte Zeiten für Spione

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Das Internet tummeln sich auch Spione. Ein bevorzugtes Feld der hoch spezialisierten Schnüffler sind dabei Industriegeheimnisse und andere brisante Daten. Um Web-Räuberei zu erschweren, hat die US-Regierung nun die Freigabe von Algorithmen zur Verschlüsselung mit 128 Bit, 256, 512 oder sogar 1.024 Bit für den Export beschlossen.

In Kraft treten soll die Regelung noch in diesem Jahr. Ausgenommen sind allerdings Länder, die als terroristisch eingestuft werden.

Um das Land vor Bedrohung von außen und innen zu schützen, erlaubte die Regierung der Vereinigten Staaten bislang nur, Codes bis maximal 64 Bit zu exportieren oder importieren. Die Fortschritte in der Entschlüsselung dieser Codes durch Hacker und Kriminelle hat die großen amerikanische Wirtschaftsunternehmen dazu veranlasst, die Exporterlaubnis für 128-Bit-Key (Verschlüsselungsalgorithmen mit 128 Bit) zu fordern, um auch ihre Geschäftsstellen im Ausland damit auszurüsten. So zeigte sich zum Beispiel das Unternehmen Network Associates von der neuen Regelung "ermutigt, sie verdeutlicht, dass die Clinton-Administration den Bedarf an mächtigen Encryption-Produkten erkennt."

Über Umwege schon vorher möglich

Auch der private Surfer kann dann seine über das Web verschickten Daten besser schützen. Für amerikanische Bürger haben Microsoft und Netscape bereits seit längerem für ihre Browser eine Verschlüsselung der digitalen Pakete mit dem 128-Bit-Key angeboten. Nur alle ausländischen Surfer mussten sich mit dem 64-Bit-Key zufrieden geben. Es gab aber erfolgreiche Versuche, diese Begrenzung zu umgehen und ebenfalls den 128-Bit-Key von Netscape zu Nutzen. Ein Australier entwickelte bereits im letzten Jahr ein Zusatzprogramm, das die internationale Netscape Version mit der 128-Bit Verschlüsselung ausstattete. Eine indische Firma hat sogar ein Programm auf den Markt gebracht, das eine Verschlüsselung mit 448 Bit ermöglicht

Schöner Shoppen

Auswirkungen könnte eine bessere Verschlüsselung auf das Einkaufsverhalten im Internet haben. So wären die persönlichen Daten der Verbraucher besser vor fremden Zugriffen geschützt. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine höhere Akzeptanz von E-Commerce oder auch für Bankgeschäfte über das Web.

Hintertür?

Trotzdem: Obwohl der Export der leistungsstarken Schlüssel mit einer speziellen Lizenz, die nur einmal beantragt werden muss, ohne Probleme möglich sein soll, werden bereits die ersten Unken-Rufe laut. So liegt für Experten die Vermutung nah, das auch die leistungsstärkeren Programme Schlupflöcher enthalten, mit denen zum Beispiel die amerikanische Regierung Wissenswertes ausspähen kann.

cid - Grafi: Red.

Geändert am 24. September 1999 15:43 von mwege
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