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Jan Ullrich bei Vandenbroucke-Sieg vor Gesamttriumph"Spanische Armada" abgewehrtAvila - Die Würfel sind gefallen, Jan Ullrich ist der erste Vuelta-Gesamtsieg kaum noch zu nehmen. Auch auf der letzten Bergetappe konnte der Telekom-Kapitän der Verfolger-Meute Paroli bieten und geht bei der 54. Spanien-Rundfahrt am Samstag gestärkt in den vorentscheidenden Kampf gegen die Uhr.
Der Zeitfahr-Spezialist des Bonner Telekom-Teams wehrte auf dem Teilstück über 184,6 Kilometer von San Lorenzo de El Escorial mit nochmals vier Bergwertungen nach Avila alle Attacken der spanischen Rad-Armada erfolgreich ab und geht im Goldenen Trikot des Spitzenreiters mit 31 Sekunden Vorsprung vor Prologsieger Igor Gonzalez Galdeano auf die vorletzte Etappe. Ullrich jetzt optimistischDen Tagessieg holte sich der Belgier Frank Vandenbroucke, der bei seinem zweiten Etappenerfolg 14 Sekunden Vorsprung vor dem Spanier Mikel Zarrabeitia hatte. Ullrich belegte 20 Sekunden zurück Rang sechs unmittelbar vor Gonzalez Galdeano. "Ich wollte meinen Vorsprung mit ins Zeitfahren nehmen. Das habe ich geschafft. Jetzt bin ich optimistisch", sagte Ullrich nach dem "Showdown" in der Hochebene Kastiliens, wo der Merdinger wohl endgültig den Grundstein zum dritten deutschen Vuelta-Gesamtsieg über 30 Jahre nach Rudi Altig (1962) und Rolf Wolfshohl (1965) gelegt hat.
Die erwartete Großoffensive der Verfolger erstickte Jan Ullrich schon beim Anstieg zur "Doppel-Spitze", den beiden "erstklassigen" Bergwertungen binnen zwölf Kilometern am Alto de Pedro Bernardo (1.230 m) und Puerto de Serranilos (1.570 m), im Keim und hielt die Rivalen in Schach. Verzweifelt versuchten Galdeano und Co. den Merdinger zu distanzieren, vergeblich. "Jan hat es fast geschafft""Jetzt hat Jan es fast geschafft. Aber natürlich muss man noch aufpassen. Galdeano kann einen Supertag erwischen und Jan einen rabenschwarzen, aber normal ist Jan im Zeitfahren stärker", sagt Telekom-Teamleiter Rudy Pevenage, dem auch der frühere Vuelta-Star Reimund Dietzen zustimmt. "Wenn jetzt nicht noch so etwas wie ein Sturz oder Materialschaden passiert, ist die Vuelta entschieden. Beim Zeitfahren wird Jan den anderen zwei oder drei Minuten abnehmen. Er ist zwar noch nicht in der Form wie beim Tour-Sieg 1997, aber doch schon wieder sehr stark", sagt Dietzen, der mit zwei zweiten Gesamtplätzen 1987 und 1988 erfolgreichste deutsche Vuelta-Fahrer der vergangenen zwölf Jahre. Pevenage lobte das gesamte TeamLob hatte Rudy Pevenage für sein gesamtes Team: "Die Mannschaft hat Moral bewiesen und den Sieg von Jan Ullrich verdient. Ich war heute nicht unruhig, Jan hat sich gut gefühlt, und die anderen waren nie weit weg von ihm. Vor allem Giovanni Lombardi zeigt eine unglaubliche Leistung, arbeitet wie ein Löwe und ist für die anderen da". Grabsch und Hondo angeschlagenSorgen bereitete Pevenage am Freitag Danilo Hondo. Der Cottbuser laboriert seit Tagen an Kniekehlen- und Wadenproblemen im linken Bein und trug deshalb schon am Donnerstag ein Wärmepflaster. "Ich hoffe, dass ich durchkomme", hatte der Brandenburger schon vor dem Start in San Lorenzo gesagt. Angeschlagen ist auch Ralf Grabsch, der seit einem Sturz am Mittwoch mit einer Oberschenkel-Verhärtung zu kämpfen hat. Das zweite große Zeitfahren am Samstag in El Tiemblo hält für die Fahrer auch noch einen 600 meter hohen Anstieg zum Puerto de la Paramera, einer Bergwertung der zweiten Kategorie, bereit. Das Ziel in Avila wird nach 46,5 Kilometern erreicht. Von Fernando Medialdea, sid - Fotos: dpa
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| Geändert am 24. September 1999 17:59 von sab | |||||||