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Beratung vorerst unverändert - Bischöfe im KonfliktNach dem Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz zum längerfristigen Ausstieg der katholischen Kirche aus der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung bleibt die bisherige Praxis zunächst weitgehend unverändert. Das ergibt sich aus Äußerungen mehrerer Bischöfe in ihren Diözesen vom Freitag. Gleichzeitig wurde deutlich, dass einige Bischöfe den Überzeugungskampf im Vatikan für einen Verbleib im Beratungssystem noch nicht aufgegeben haben. Der Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, plädierte für einen Verbleib der katholischen Kirche in der Schwangerenberatung. "Jährlich kommen 5 000 Kinder durch unsere Beratung auf die Welt", sagte Bode. "Das bereits seit längerem geplante Gespräch mit dem Heiligen Vater im November ist eine Möglichkeit, die ich in Betracht ziehe, um sich noch einmal persönlich über das weitere Vorgehen der katholischen Kirche auszutauschen." Falle die Entscheidung gegen ein weiteres Verbleiben im Beratungssystem, "so werde ich nicht als Franz-Josef Bode, sondern als Bischof von Osnabrück mich meiner Verantwortung beugen und diese Entscheidung akzeptieren", sagte Bode. Kritik an Kardinal MeisnerIm Essener Ruhr-Bistum wird die Schwangerenkonfliktberatung zunächst unverändert fortgesetzt. Ruhr-Bischof Hubert Luthe erklärte, er habe über die Zukunft der Konfliktberatung noch nicht entschieden. Zunächst wolle er erneut das Gespräch mit allen Beraterinnen im Bistum und mit seinen Weihbischöfen suchen. "Seit ich Bischof bin, bin ich keiner Gewissensentscheidung ausgesetzt gewesen wie dieser", sagte Luthe. Er kritisierte das Vorgehen des Kölner Kardinals Joachim Meisner, beim Papst schriftlich Klärung über einen Beschluss zu erbitten, "den die Bischöfe gemeinsam gefasst haben". Der Essener Weihbischof Franz Grave räumte ein, dass es zwischen Rom und der Deutschen Bischofskonferenz "ein schlechtes Teamwork- Spiel" gegeben habe. "Die Form, die Art und Weise des Verfahrens ist nicht gut gewesen." "Wir halten den Rückzug nicht für richtig"Neben Bode wollen sich auch andere Bischöfe beim Papst für einen Verbleib im Beratungssystem einsetzen. Beim turnusmäßigen "Ad-limina Besuch" (zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus) Mitte November in Rom wolle er mit anderen Bischöfen seine Bedenken gegen einen Ausstieg aus dem Beratungssystem vortragen, sagte Freiburgs Erzbischof Oskar Saier. Ähnlich äußerte sich der Erfurter Bischof Leo Nowak. "Wir halten den Rückzug aus der gesetzlich anerkannten Konflikt-Beratung in unserer Situation nicht für richtig", sagte er. Für das Erzbistum Hamburg erklärte Erzbischof Ludwig Averkamp, die bisherige Praxis werde noch einige Monate fortgeführt, "wahrscheinlich bis ins Jahr 2 000 hinein". Wie etliche der insgesamt 27 deutschen Diözesanbischöfe werde er "noch einmal persönlich im Kontakt mit dem Papst die Problematik einer Weiterführung der Konfliktberatung klären", betonte Averkamp. "Mit dem Papst verbunden"In Bayern kündigte der Bamberger Erzbischof Karl Braun in Übereinstimmung mit dem Münchner Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter an, die Beratungsstellen würden ihre bisherige Tätigkeit fortsetzen und sogar noch verstärken. Die für eine straffreie Abtreibung nötigen Bescheinigungen würden bis ins Jahr 2000 ausgestellt. Im Bistum Speyer wird die Beratung von Schwangeren in Konfliktsituationen zunächst im vollen Umfang fortgesetzt. Dies gelte, bis die Bischöfe zu einer endgültigen Entscheidung kämen, sagte die Referentin für Schwangerenberatung, Gisela Walz-Oswald. Der Erfurter Bischof Joachim Wanke hat auch noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Zunächst würden in einer Übergangszeit im Bistum Erfurt weiter Beratungsscheine ausgestellt, sagte Wanke. Er betonte aber, dass er sich auf Dauer nicht vom Papst trennen lasse. "Es gehört zum Wesen des Bischofs, dass er mit dem Papst verbunden ist." Er trete für eine Übergangszeit von etwa einem Jahr ein, sagte Wanke. dpa
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| Geändert am 24. September 1999 17:33 von aj | ||||