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. . . Keine Konfliktberatung mit ScheinEinzelne Bischöfe wollten "bald eine Neuordnung einleiten, die keine Ausstellung mehr von Nachweisen vorsieht, die die Straflosigkeit einer Abtreibung eröffnen", sagte Lehmann. Andere Bischöfe hingegen wollten vor einer Entscheidung für ihr Bistum "dem Heiligen Vater ihre verbleibenden Bedenken vortragen". Mitte November sprechen alle deutschen Diözesanbischöfe bei ihrem turnusmäßigen "Ad- limina-Besuch" (zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus) in Rom mit Johannes Paul II. Wahrscheinlich werde der Papst aber an seiner Anordnung zum Ausstieg festhalten, sagte Lehmann. Er geht davon aus, dass "zumindest in den nächsten Wochen" noch fast alle Bischöfe bei der bisherigen Beratungspraxis mit Schein bleiben. Die Beratungsstellen würden ihre Tätigkeit inhaltlich "in vollem Umfang weiterführen, ob mit oder ohne Schein", sagte Lehmann. Unterdessen gründete das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in Fulda den Verein "Donum Vitae" (Geschenk des Lebens) als möglichen alternativen Träger für die katholischen Beratungsstellen. Die frühere ZdK-Präsidentin Rita Waschbüsch wurde zur Vorsitzenden ernannt. Lehmann: Hetzkampagne der MedienLehmann sprach dem Vatikan wegen der unklaren römischen Diplomatie eine Mitschuld an der verwirrenden Entwicklung der vergangenen Monate zu. Auch Teilen der Medien in Deutschland gab Lehmann eine Mitverantwortung. "Schreibtischtäter" hätten eine Hetzkampagne gegen ihn und den Verbleib in der Konfliktberatung geführt. Der Bischof wies darauf hin, dass der Apostolische Nuntius Giovanni Lajolo seinen Brief vom 16. Juni revidiert habe. Dieser Brief war Grundlage des am 22. Juni in Würzburg einstimmig gefassten Beschlusses zur Modifizierung des bisherigen Scheins, mit dem ein Verbleib im Beratungssystem gesichert werden sollte. Der von Oktober an geplante Zusatz "Diese Bescheinigung kann nicht zur Durchführung straffreier Abtreibungen verwendet werden" sei damit vom Tisch, sagte Lehmann. Die Bischofskonferenz nahm die Gründung von "Donum Vitae" lediglich zur Kenntnis. "Eine Beurteilung solcher Initiativen erscheint erst möglich, wenn die konkreten Rahmenbedingungen bekannt sind", sagte Lehmann. Bisher werden die rund 270 katholischen Beratungsstellen von der Caritas und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) getragen. "Unerträgliche Verunsicherung der Frauen in Notlagen"Der Deutsche Caritasverband in Freiburg erklärte: "Es erfüllt uns mit Trauer, dass es den Bischöfen nicht gelungen ist, mit dem Heiligen Vater einen gemeinsamen Weg zu finden." Die Caritas unterstütze ausdrücklich "Donum Vitae". Ähnlich äußerte sich der SkF. Die reformkatholische Kirchenvolksbewegung "Wir sind die Kirche" appellierte in Hannover an die einzelnen Bischöfe, bald eine klare Gewissensentscheidung zur Schwangerenkonfliktberatung zu treffen. Die "unerträgliche Verunsicherung der Frauen in Notlagen als auch der Beraterinnen in den katholischen Konfliktberatungsstellen" müsse endlich ein Ende haben, forderte Christian Weisner von der Kirchenvolksbewegung in Hannover. Die kirchenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Christa Nickels, sagte, die Bundesländer seien verpflichtet, ein ausreichendes Beratungsangebot anzubieten. Deshalb müssten jetzt die Ortsbischöfe umgehend Klarheit schaffen. EKD: Imageschaden auch für die evangelische KircheBundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD) kritisierte, Übergangsregelungen bis zu einer endgültigen Entscheidung belasteten und verunsicherten die Frauen, die sich ohnehin in einer schwierigen Situation befinden. Die Vorsitzende der Arbeitgruppe Familie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Eichhorn, begrüßte, dass nochmals mit dem Papst Gespräche über die Bedenken gegen den Ausstieg aus der Konfliktberatung geführt werden sollen. Der Streit beschädigt nach Auffassung der EKD auch das Image der Evangelischen Kirche. "Der Unmut richtet sich weithin pauschal gegen die Kirche", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Manfred Kock, in Hannover. Rund 78 Prozent der Bürger sind der Ansicht, dass sich die Bischöfe dem Papst widersetzen und im staatlichen Beratungssystem bleiben sollten. Auch unter den Katholiken plädierten 76 Prozent dafür, wie aus einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Welle unter 1.000 Bürgern hervorgeht. dpa - Fotos: AP, Archiv
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| Geändert am 24. September 1999 16:00 von aj | ||||