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ZDF-Politbarometer:Union im UmfragehochSchröder und die SPD weiter auf TalfahrtMainz - Die Union auf Rekordhoch, Bundeskanzler Gerhard Schröder und die SPD weiter auf Talfahrt: Nach der Serie von Wahlniederlagen ist die politische Stimmung in Deutschland für die Regierungspartei laut ZDF-Politbarometer so schlecht wie seit vier Jahren nicht mehr. Fast 60 Prozent der Deutschen bescheinigten demnach der Bundesregierung mangelhafte Arbeit. Laut einer am Freitag veröffentlichen Emnid-Umfrage rechnet eine knappe Mehrheit jetzt sogar mit einem vorzeitigen Scheitern der rot-grünen Koalition.
Das Politbarometer vom September weist für CDU/CSU mit 56 Prozent (plus drei Punkte gegenüber August) den höchsten Wert aus, der jemals in den 20 Jahren der Befragung durch die Forschungsgruppe Wahlen ermittelt wurde. Die SPD rutscht um zwei Punkte auf 28 Prozent ab, während sich die Grünen mit fünf Prozent behaupten konnten. Bei der so genannten Projektion, die längerfristige Parteibindungen berücksichtigt, erzielten die Sozialdemokraten nur noch 34 Prozent (minus zwei), ein Plus in gleicher Höhe verbuchte die Union (47 Prozent). Grüne, PDS und FDP blieben bei jeweils fünf Prozent. Ähnlich das Ergebnis einer Emnid-Umfrage für N-TV unter rund 1.000 Wahlberechtigten: Die Sonntagsfrage ergab 45 Prozent für CDU/CSU (plus ein Punkt), die SPD fiel um zwei Punkte auf 33 Prozent. "Die Bundesregierung macht ihre Arbeit schlecht", meinten 59 Prozent der 1.261 für das Politbarometer Befragten, das waren 20 Prozentpunkte mehr als im August. Zugleich erklärten sich den Angaben des ZDF zufolge aber auch 72 Prozent mit einem Kernprojekt der Regierung einverstanden, nämlich 30 Milliarden Mark einzusparen. Nur 23 Prozent finden das "nicht richtig". Spitzenreiter Fischer - Schlußlicht TrittinKanzler Schröder fiel mit einem Wert von 0,5 auf der Liste der wichtigsten Politiker um einen auf den siebten Platz zurück. Auf dem Vormarsch sind dagegen CDU-Chef Wolfgang Schäuble (1,5 gegenüber 1,1 im August), der ebenso wie Altbundeskanzler Helmut Kohl (1,3) am beliebtesten SPD-Politiker, Rudolf Scharping, vorbeizog (0,9). Unangefochten behauptet Außenminister Joschka Fischer die Spitze mit einem Wert von 1,9, ebenso unangefochtenes Schlusslicht ist sein Grünen-Parteifreund und Umweltminister Jürgen Trittin (minus 1,3). Eine knappe Mehrheit von 48 Prozent rechnet laut einer Emnid-Umfrage damit, dass Rot-Grün nicht bis zur nächsten Bundestagswahl durchhält. 31 Prozent sagten, Schröder werde das Regierungsbündnis aufkündigen, 17 Prozent vermuten das von den Grünen. 44 Prozent der insgesamt 1.004 Befragten glauben aber nicht an ein vorzeitiges Scheitern. AP - Grafik: dpa
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| Geändert am 24. September 1999 15:08 von aj | |||||