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Verheerender Taifun in Japan

26 Tote - Verwüstungen - Überlebender: "Es war die Hölle"

Tokio - Der gewaltige Taifun "Bart" hat in Japan schwere Verwüstungen angerichtet und bis Freitag 26 Menschen das Leben gekostet. Meterhohe Wellen brachen über dem südjapanischen Fischerort Shiranuhi herein und rissen zwölf meist ältere Bewohner in den Tod. "Es war die Hölle", schilderte ein Überlebender.

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Die Opfer waren im Morgengrauen von den Wassermassen überrascht worden und ertranken in ihren bis zur Decke überfluteten Häusern. Auch in anderen Gebieten der südlichen Insel Kyushu sowie Teilen Westjapans hinterließ "Bart" Spuren der Verwüstung, der Bahn- und Flugverkehr brach zusammen.

In Hiroshima wurden drei Arbeiter durch einen umstürzenden Kran erschlagen, andere Personen wurden schwer verletzt. In der gleichnamigen Provinz wurden zudem zwei weitere Todesopfer gezählt. Der aus Richtung Okinawa kommende Taifun "Bart", der 18. in dieser Saison, traf am Morgen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 40 Metern in der Sekunde auf Kyushu und stürmte dann auf die Hauptinsel Honshu weiter. Nach Behördenangaben wurden 438 Personen verletzt, eine wurde noch vermisst. 6.900 Menschen flohen vor drohenden Überschwemmungen. Hunderte Gebäude wurden zerstört, in einer Million Haushalte fiel der Strom aus.

Dramatische Szenen in Fischerort

Dramatische Szenen spielten sich im Fischerort Shiranuhi in der südlichen Provinz Kumamoto ab. Wie ein Wasserfall stürzten hohe Flutwellen herab und schoben laut Medien Häuser bis zu 20 Meter zur Seite. Augenzeugen berichteten, wie auf den Dächern Menschen verzweifelt um Hilfe schrien, andere versuchten sich mit Booten oder schwimmend zu retten. Autos und Boote schleuderten herum. "Plötzlich wurde der Fußboden hochgedrückt", erzählte ein 76-jähriger Fischer. Mit seiner 72-jährigen Frau flüchtete er vor den hereinstürzenden Wassermassen in den ersten Stock, doch die Flut drang immer höher. Unter Todesangst zerschlug der alte Mann ein Fenster und zog sich und seine Frau mit letzter Kraft aufs rettende Dach.

Für zwölf ihrer Nachbarn gab es jedoch kein Entkommen. "Wenn man uns gewarnt hätte, wäre es vielleicht nicht so schlimm geworden", meinte ein Überlebender. Ein 64-Jähriger erzählte Reportern, wie die Leichen in einer Turnhalle aufgebahrt wurden. Feuerwehrleute suchten mit Booten nach Vermissten. Die meterhohen Wellen hinterließen eine Spur der Verwüstung. In den südlichen Provinzen Fukuoka, Kumamoto und Oita starben sechs weitere Menschen, darunter ein 50-jähriger Mann, der von herumfliegenden Glassplittern tödlich in der Brust getroffen wurde. Ein 93-Jähriger wurde von einem Elektrokabel getötet.

Vom Taifun verursachter Tornado

Dann schlug auch noch in der westlichen Provinz Aichi ein vermutlich vom Taifun verursachter Tornado ein. 300 Menschen, die meisten Schulkinder, wurden durch berstende Fensterscheiben verletzt. Inzwischen verlor "Bart" nach Angaben der Wetterbehörden leicht an Kraft, stürmte aber immer noch mit Windgeschwindigkeiten von über 90 Kilometern in der Stunde voran. Es wurde damit gerechnet, dass er leicht östlich dreht und sich entlang des Japanmeeres bis Samstag morgen Nordjapan nähert. Zuvor hatte der Taifun bereits auf der südlichen Insel Okinawa schwere Schäden angerichtet. Ein Mensch war dort bei einem Unfall in Folge starker Regenfälle gestorben.

dpa - Foto: AP

Geändert am 24. September 1999 14:47 von aj
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