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Eltern fordern Sitzplatz-Garantie im Schulbus

Geldnot vereitelt mehr Sicherheit

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Mainz - In den nächsten Wochen wird die rheinland-pfälzische Polizei Bus fahren, um Fahrer und Fahrzeuge zu kontrollieren.

"Schulwegsicherheit" ist das Thema der Herbstaktion. Überprüft werden vor allem die Qualifikation der Fahrer und die Technik. Doch die Probleme bei der "Schülerbeförderung" liegen viel tiefer. Unbestritten ist der Schulweg mit dem Bus der sicherste. Doch in Rheinland-Pfalz fahren die Schüler zumeist in Linien- statt in Schulbussen - weniger sicher, aber billiger.

Immerhin passieren 50 Prozent der Bus-Unfälle im Fahrzeug - bei Brems-Manövern oder im Gedrängel. Der Landeselternbeirat fordert deshalb eine Sitzplatz-Garantie und Gurt-Systeme: "Das senkt die Unfallzahlen und Aggressionen." Doch solche Sicherheitsanforderungen fallen dem Rotstift zum Opfer.1996 wurde die Schülerbeförderung in Rheinland-Pfalz in den ÖPNV integriert, um ihn rentabler zu machen. "Nur wo es keinen ÖPNV gibt, werden Schulbusse eingesetzt", so das Verkehrsministerium. Aber in Linienbussen dürfen selbst die Stehplätze zu 100 Prozent ausgelastet werden. Auch mit Abc-Schützen.

Das müsste nicht so sein. Denn die Kommunen können die Bus-Unternehmen verpflichten, den Schülern auch im ÖPNV einen Sitzplatz zu garantieren. Oder zumindest die Anforderungen zu erfüllen, die der Bundesverkehrsminister an Schulbusse stellt.

Eltern: Taxidienste statt "Geisterbusse"

Schulbus-Unfälle

Trotz aller Defizite ist der Bus bei weitem die sicherste Art, sein Kind zur Schule zu bringen: 51 Prozent der Unfälle auf dem Schulweg passieren Kindern, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. Mehr als 15 Prozent verunglücken mit dem Auto, 12 Prozent mit einem Mofa oder Motorrad, knapp 10 Prozent als Fußgänger. Und zwischen 6 und 8 Prozent der Unfälle passieren im oder am Bus. Bei den Schulbus-Unfällen verletzen sich etwa ein Viertel im Bereich der Haltestelle, ein Viertel beim Ein- und Aussteigen, 4 Prozent beim Überqueren der Fahrbahn, aber etwa 50 Prozent im Bus.

Doch die wenigsten Kommunen nehmen die Unternehmen in die Pflicht. Im Gegenteil, bedauert der Verband der Omnibusunternehmer. Auflagen in puncto zusätzliche Sicherheit für Schüler im ÖPNV würden kaum gemacht. Diese Praxis kritisiert auch der ADAC Mittelrhein: "Die Kreisverwaltungen sollten die Bus-Unternehmen stärker vertraglich verpflichten, sich auf die Schüler einzustellen."

Der Landkreistag nennt Geldmangel als Grund. Und eine Sitzplatz-Garantie würde jeden Kreis zwei Millionen Mark im Jahr kosten. Die Eltern kontern: "Statt Linien mit ,Geisterbussen' zu unterhalten, könnte man Taxidienste einsetzen." Mit dem gesparten Geld sei eine sicherere Schülerbeförderung möglich.

Von Andrea Djifroudi, RZ - Foto/Montage: RZ

Geändert am 28. September 1999 10:57 von aj
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