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EM-Showdown gegen die Türkei - Ribbecks Devise:Kühler Kopf gegen heiße Herzen
Kühler Kopf gegen heiße Herzen - so lautet die Devise von Teamchef Erich Ribbeck vor dem entscheidenden EM-Qualifikationsspiel von Titelverteidiger Deutschland gegen die Türkei am kommenden Samstag (19.30 Uhr/live im ZDF) in München. "Wir dürfen nicht arrogant und überheblich agieren, müssen gegen die kämpferisch starken Türken, die mit aller Macht ihre Chance nutzen wollen, aber dennoch selbstbewusst auftreten. Denn wir wollen unbedingt gewinnen und nicht auf unentschieden spielen, obwohl uns ein Punkt reichen würde", erklärte der 62-Jährige, der seine Profis am Dienstag im Trainingsquartier am idyllischen Starnberger See erwartet. Harmonie nur Ruhe vor dem Sturm?Die momentane Harmonie im Nationalteam betrachtet der Teamchef als die "Ruhe vor dem Sturm". Er weiß aber genau, dass am nächsten Samstag abgerechnet wird und auch sein persönliches Zeugnis nach gut einem Jahr als Teamchef ausgestellt wird. "Gerhard Schröder hat ein schwieriges Amt übernommen, das ist bei mir ähnlich. Ich hoffe aber, dass man bei mir eher absehen kann, dass es ein glückliches Ende gibt", bemüht der Teamchef einen Vergleich zum Bundeskanzler, der im selben Monat (September 1998) wie Ribbeck "befördert" worden war. Nowotny und Wörns fallen ausGegen die Türkei definitiv nicht dabei sein werden die beiden Abwehrspieler Jens Nowotny (Bayer Leverkusen) und Christian Wörns (Borussia Dortmund). Nowotny erlitt im Bundesligaspiel beim VfL Wolfsburg (1:3) einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel und muss zwei Wochen pausieren. Wörns hatte aufgrund einer Wadenblessur auf einen Einsatz gegen Hansa Rostock (3:0) verzichtet und Ribbeck zuvor schon telefonisch abgesagt. "Ich werde möglicherweise noch einen oder zwei Spieler nachnominieren und eventuell einen Spieler aus dem ursprünglichen Aufgebot streichen, da ich nur 18 Spieler in meinem Kader haben möchte", sagte Ribbeck. Mögliche Kandidaten sind Mustafa Dogan (Fenerbahce Istanbul), der im Aufgebot der "A 2" steht, und "U 21"-Nationalspieler Ingo Hertzsch (Hamburger SV). Auf der Streichliste steht Bayern-Stürmer Carsten Jancker, der weiter seiner Form hinterherläuft. Matthäus reist trotz Beschwerden anEntwarnung gab es Samstag bei Lothar Matthäus, der beim 1:1 von Bayern München bei Schalke 04 zur Pause in der Kabine blieb. "Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme, weil ich eine Verhärtung im Oberschenkel gespürt habe. Am Dienstag werde ich auf jeden Fall anreisen. Ich gehe davon aus, dass ich Samstag spielen werde. Da gibt es keine Ausreden", erklärte der Rekord-Nationalspieler. Auch Ribbeck, der als Augenzeuge im Gelsenkirchener Parkstadion zunächst nicht wusste, was mit seinem verlängerten Arm los war, wirkte erleichtert: "Lothar ist in unserem System ein wichtiger Mann. Er gehörte auch gegen Schalke zu den besseren Spielern. Deshalb bin ich froh, dass er sich nichts Schlimmeres zugezogen hat". Dasselbe gilt auch für die Bayern-Verteidiger Thomas Linke, der auf Schalke nicht gespielt hat, und Markus Babbel, die zuletzt in den Qualifikationsspielen in Finnland (2:1) und gegen Nordirland (4:0) überzeugt hatten. "Babbel hat ordentlich gespielt. Von seiner Verletzung war nichts mehr zu spüren", urteilte Ribbeck über den 43-maligen Nationalspieler, der sich am 8. September gegen die Nordiren einen Einriss der Muskelhülle im Oberschenkel zugezogen und zuletzt in der Champions League pausiert hatte. "Ich habe vor dem Spiel in Schalke mit Ottmar Hitzfeld gesprochen. Er hat mir bestätigt, dass Linke wegen seiner leichten Innenbanddehnung im Knie nur geschont wurde und er hinsichtlich unseres Spiel kein Risiko eingehen wollte", berichtete der Teamchef, der seine zuletzt erfolgreiche Abwehrformation dennoch umstrukturieren muss. "Ich muss mir in der nächsten Woche erst noch ein Bild über die Verfassung aller Spieler machen, ehe ich mich entscheiden werde, wer für Nowotny spielt", sagte Ribbeck. Klartext: "Lehmann muss Rolle als 1B akzeptieren"Festgelegt hat sich der Teamchef bereits, dass seine "1A" Oliver Kahn (Bayern München) wieder für die "1B" Jens Lehmann (Borussia Dortmund), der vor allem in Finnland den Sieg über die Zeit gerettet hatte, zwischen die Pfosten rückt. "Für Lehmann ist die Situation sicherlich nicht angenehm, denn er hat zuletzt bewiesen, dass er erstklassig ist. Aber ich habe mich frühzeitig auf die Reihenfolge im Tor festgelegt. Lehmann muss diese Rolle als 1B akzeptieren", redet Ribbeck Klartext. In den vier Tagen vor dem Showdown gegen die Türkei, die mit einem Sieg Deutschland in der EM-Gruppe drei noch vom ersten Platz verdrängen und in das Relegations-Roulette treiben würde, will Ribbeck vor allem die vorhandene Energie in die richtigen Bahnen lenken: "Ich bin sicher, dass wir eine bessere Mannschaft haben als bei der 0:1-Niederlage gegen die Türkei zum Qualifikations-Auftakt in Bursa. Alle Spieler sind hochmotiviert. Ich muss aber dennoch darauf achten, dass wir trotz des vorhandenen Selbstbewussteins nach unseren zuletzt guten Leistungen den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir müssen gegen die Türken die richtige Mischung finden." Jürgen Zelustek, sid
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| Geändert am 3. Oktober 1999 17:48 von to | ||||