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Borussia Dortmund - Hansa Rostock 3:0 (0:0)

Frust von der Seele geschossen

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Sonnyboy Ikpeba: Teffende Antwort an die Kritiker

Dortmund - Victor Ikpeba zelebrierte seinen Torjubel vor den Fans auf der Südtribüne und genoss die Ovationen in vollen Zügen. "Es war in diesem Moment schwer, meine Emotionen zu kontrollieren.

Ich fühle mich einfach glücklich nach diesen schweren Wochen", sagte der 12,5 Millionen teure Stürmer, der sich beim 3:0 (0:0) des neuen Tabellenführers Borussia Dortmund über Hansa Rostock mit zwei Toren (56. und 88.) nach dreiwöchiger Verbannung auf Bank und Tribüne den Frust buchstäblich von der Seele schoss.

Familie brachte Good Vibrations

Der vor Saisonbeginn vom AS Monaco gekommene Nigerianer hatte sogar noch mehr Grund zum Feiern. Denn erstmals seit seiner Vertragsunterschrift beim BVB saßen Ehefrau Victoria und auch Tochter Magdalena auf der Tribüne des Westfalenstadions. "Das hat mir geholfen. Fest steht: Ich bin wieder zurück. Die Tore waren die beste Antwort für meine Kritiker", verkündete der "Sonnyboy" nach seinen ersten beiden Saisontoren mit sichtlicher Genugtuung.

Tatsächlich war die Zahl der Skeptiker, die den 26 Jahre alten Edelreservisten - bisher nur eine Aus- und vier Einwechselungen in der Bundesliga - bereits den Stempel Fehleinkauf aufdrücken wollten, bereits stark angewachsen. Erst recht, nachdem Ikpeba durch seine öffentliche Kritik an Trainer Michael Skibbe (15.000 Mark Geldstrafe) und der Anzeige nach einer Auseinandersetzung mit der Dortmunder Polizei in die Negativ-Schlagzeilen geraten war.

"Ikpeba Qualitäten sind jedem bekannt"

"Victor ist ein sehr positiver Typ, er wollte bewusst sicherlich keine Probleme machen. Wir haben uns alle sehr für ihn gefreut. Wir brauchen ihn, er wird uns noch sehr helfen", kommentierte Kapitän Stefan Reuter Ikpebas Gala, und Präsident Dr. Gerd Niebaum hatte es ohnehin schon immer gewusst: "Ikpeba brauchte nur sein Erfolgserlebnis. Seine Qualitäten sind jedem bekannt."

Dank der Torriecher von Ikpeba und Giuseppe Reina (64.) blieb Dortmund auch ohne die Verletzten Fredi Bobic, Miroslav Stevic und Christian Wörns sowie Sergej Barbarez (EM-Qualifikation mit Bosnien-Herzegowina) im sechsten Bundesliga- und neunten Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage. "Das ist der Erfolg unserer Arbeit. Nach dem 0:1 zum Auftakt beim 1. FC Kaiserslautern haben wir an uns geglaubt und Punkte gesammelt wie die Eichhörnchen", erklärte Mittelfeldstar Andreas Möller.

Niebaum: "Tabellenführung nicht überbewerten"

Der Tabellenführung wollten die Borussen jedoch nicht allzu große Bedeutung beimessen. "Wir wollen das nicht überbewerten. Einige andere Konkurrenten haben den Tritt noch nicht gefunden", meinte Niebaum. "Sicherlich ist es gut für das Selbstbewusstsein, wenn man sich wenigstens zwei Wochen an der Spitze sieht", bestätigte Reuter, nachdem die Schwarz-Gelben bereits am vorherigen Spieltag nach zweieinhalb Jahren zumindest für 26 Stunden wieder Bundesliga-Höhenluft schnuppern durften.

Das Happy-End der Ikpeba-"Show" vor 62.500 Zuschauern kaschierte jedoch eine katastrophale erste Halbzeit. "Das ist eine Konsequenz der Mehrbelastung durch das neue Format der Champions League", sagte Niebaum und verteilte Komplimente an die müden "Helden": "Der Leistungs- und Siegeswille ist ausgeprägter als in der vorigen Saison."

Zachhubers Hoffnung

Selbst die ausgeruhten und auswärts weiter sieglosen Rostocker vermochten die schweren Beine der BVB-Stars drei Tage nach deren Gastspiel bei Rosenborg Trondheim (2:2) nicht zu nutzen. Hansa bot Angsthasen-Fußball und leistete Dortmund durch die Gelb-Rote Karte für Kai Oswald (49./wiederholtes Foulspiel) wertvolle Schützenhilfe.

Es verwunderte daher schon, als Rostocks Trainer Andreas Zachhuber allen Ernstes meinte: "Auf dieser Leistung können wir aufbauen. Wir haben geordnet gestanden. Wenn das weiter so gelingt, werden sich auch bald wieder positve Ergebnisse einstellen."

Günter Bork, sid

Geändert am 3. Oktober 1999 21:10 von to
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