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Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 0:1 (0:0)

"Ball paradox" im Waldstadion

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Verzweiflung: Frankfurts Marco Gebhardt

"Ball paradox" im Frankfurter Waldstadion, Jörg Berger verstand die Fußball-Welt nicht mehr. Da hatte der Gegner über 90 Minuten keine einzige herausgespielte Möglichkeit, einen Treffer zu erzielen, und dennoch stand die Eintracht nach dem 0:1 vor 30.000 Zuschauern gegen Stuttgart wieder mit leeren Händen da.

"An so etwas kann ich mich nicht erinnern." Der Eintracht-Coach ließ nach der vierten Niederlage hintereinander der Verzweiflung freien Lauf. Nach 3.807 Tagen ohne VfB-Sieg am Main - der letzte datierte vom 29. April 1989 (3:1) - resultierte der dritte Serien-"Dreier" der so schlecht in die Saison gestarteten Schwaben nach Bergers Auffassung "nicht aus einer Chance, sondern aus einem Missverständnis": Mit der ganzen Ausgebufftheit eines internationalen Routiniers bestrafte VfB-Spielmacher Krassimir Balakow in der 47. Minute ein Abstimmungsproblem zwischen Eintracht-Keeper Oka Nikolov und Balakow-Gegenspieler Alexander Kutschera mit dem 0:1 gnadenlos.

Augenzwinkernder Balakow erneut der Torschütze

"Das ist eine legale Sache, die man mit ein bisschen mehr Erfahrung machen kann", ließ der Bulgare Balakow nach den 90 Minuten augenzwinkernd erkennen, dass er im Zweikampf mit Kutschera einfach cleverer war und, wie schon beim 1:0 vor einer Woche bei Meister Bayern München, maßgeblich dazu beitrug, dass der VfB vor einem "goldenen Herbst" steht. Kutschera: "Das war ein klarer Schubser, aber der hat gereicht, dass ich gefallen bin" - einer Schuld war sich der Eintracht-Mittelfeldmann nicht bewusst.

Eitel Sonnenschein im Schwabenland

Restlos zufrieden stimmten die drei Punkte selbst VfB-Trainer Ralf Rangnick nicht, obwohl er eines mit Genugtuung konstatierte: "Vor drei Wochen waren wir doch fast die Lachnummer der Nation." In der Tat schienen die Eintracht und der VfB zu diesem Zeitpunkt noch getrennte Wege zu gehen: die einen nach oben, die anderen nach unten. Rangnick bleibt indes zurückhaltend: "Ich werde den Teufel tun und nach drei Siegen sagen, wir spielen vorn mit. Das ist ein zu zartes Pflänzchen, als dass ich sagen würde, da wachsen Bäume."

Die ersten 45 Minuten gestalteten die Gäste so schlecht, dass Ex-Nationalspieler Karlheinz Förster als neues VfB-Vorstandsmitglied zum Pausenpfiff nur ein Wort fand: "Grausam." Grausam fand's auch Jörg Berger, der schon fast Herbergersche Philosophien von sich gab: "So ist nun einmal der Fußball." Cool bleiben will er, "obwohl es weh tut, dass in den letzten drei Spielen Aufwand und Ergebnis in keiner Relation stehen". Drastischer wurde Eintracht-Talent Patrick Falk: "Gegen zehn Mann musst du einfach einen rein machen." Doch selbst nach der Gelb-Roten Karte gegen Jens Keller (75.) verpufften die phasenweise hilflosen Bemühungen der Gastgeber allesamt.

Eintracht hätte Punkt verdient gehabt

Da war es Eintracht-"Retter" Berger auch kein Trost, dass der glänzende haltende VfB-Torhüter Franz Wohlfahrt neidlos anerkannte, "dass die Eintracht einen Punkt verdient gehabt hätte". Berger mit leichter Resignation: "Wir können die letzten drei Spiele gewinnen, verlieren aber drei Mal." Seine Linie will der 54-Jährige dennoch durchziehen: "Ich werde in Ruhe und Sachlichkeit weiter arbeiten."

Dietmar Fuchs, sid

Geändert am 3. Oktober 1999 19:57 von to
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