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Schalke 04 - Bayern München 1:1 (0:0)Warten auf "den wahren FC Bayern"
Gelsenkirchen - Mit einem "blauen Auge" hat sich der taumelnde Titelverteidiger in die zweiwöchige Bundesliga-Pause gerettet. Nach dem Dauerstress mit sieben Spielen in 21 Tagen sicherte Kapitän Stefan Effenberg mit seinem Ausgleichstor in letzter Minute Meister Bayern München ein 1:1 (0:0) bei Schalke 04 und verhinderte damit eine weitere Bundesliga-Pleite. "Auf die richtigen Bayern wird man noch ein bisschen länger warten müssen", gab Manager Uli Hoeneß nach dem vierten Pflichtmatch in Folge ohne Sieg zu. "Wann das sein wird, sage ich nicht. Denn ich will kein Prophet mehr sein", meinte der Weltmeister von 1974, der noch vor zwei Wochen großspurig den "wahren Meister" angekündigt hatte. "Bei uns gibt es Probleme, über die wir reden müssen - aber nicht in der Öffentlichkeit." Effenberg verdirbt Stevens-JubiläumDavon konnten sich 62.109 Zuschauer im ausverkauften Gelsenkirchener Parkstadion beim 100. Bundesligaspiel von Schalkes Trainer Huub Stevens überzeugen: Spielerisch enttäuschend, ohne zündende Ideen, ohne Kreativität steuerte das Starensemble von der Isar nach dem Schalker Führungstreffer von Marc Wilmots (52.) scheinbar in die dritte Saisonniederlage. Mit einem Kraftakt in Unterzahl nach Gelb-Rot gegen Sammy Kuffour (79.) rettete das Team von Trainer Ottmar Hitzfeld noch einen Punkt. "In den letzten 20 Minuten haben wir den wahren FC Bayern gesehen", urteilte Lothar Matthäus, "ich muss die Mannschaft für den Schlussspurt mit Komplimenten überschütten. Das war einfach klasse." Nur Gelb für Matthäus-NotbremseDer Rekord-Nationalspieler verfolgte die Energieleistung seiner Teamkollegen nur noch von der Bank aus. Wegen einer Oberschenkelverhärtung hatte Hitzfeld den 38-Jährigen zur Pause aus dem Spiel genommen. Allerdings hätte die Partie für den Abwehrchef bereits nach 33 Minuten beendet sein müssen. Denn Matthäus zog als "letzter Mann" gegen den überragenden Gerald Asamoah, der am Sonntag 21 Jahre alte wurde, kurz vor dem Strafraum die "Notbremse". Schiedsrichter Hartmut Strampe ließ Gnade vor Recht ergehen und zückte nur Gelb. "Ich bin ausgerutscht, Rot wäre zu hart gewesen", behauptete der Libero. Die Schalker sahen die Schlüsselszene ganz anders. "Eindeutig Rot, der Junge war nicht auf unserer Seite. Das war der Matthäus-Bonus", schimpfte Manager Rudi Assauer auf den Unparteiischen, "aber trotzdem hätten wir das Ding nach Hause bringen müssen." Zum sechsten Mal führten die Königsblauen in dieser Saison 1:0, zum fünften Mal konnten sie den Vorsprung nicht über die Zeit retten. "Hätten wir den Ausgleich nicht bekommen, hätten wir einen Durchmarsch an die Spitze starten können", trauerte der starke Libero Olaf Thon dem verschenkten Sieg nach. Deutlich hinter Ansprü,chen zurü,ckMit neun Punkten aus sieben Spielen bleibt der Uefa-Cup-Sieger von 1997 weiter deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Die mit Millionen-Investitionen angepeilten Europapokal-Plätze sind derzeit weiter entfernt als die Abstiegszone. Auch Meister Bayern hinkt hinter den hochgesteckten Erwartungen und dem neuen Tabellenführer Borussia Dortmund mit fünf Punkten Rückstand hinterher. Hoeneß wollte den Abstand zum BVB aber nicht überbewerten: "Wir haben erst den siebten Spieltag, warum sollen wir jetzt über die Meisterschaft reden?" Auch Hitzfeld setzt auf den Faktor Zeit und die zweiwöchige Bundesliga-Pause wegen des EM-Qualifikationsspiels gegen die Türkei am 9. Oktober: "Danach werden wir in der Spielentwicklung weiter sein. Zur Zeit spielen wir nicht aus einem Guss, vieles ist Stückwerk, aber der Mannschaftsgeist stimmt." Thorsten Fink, der in der Woche gegen seine Reservistenrolle aufgemuckt und auf Schalke von Beginn an ran durfte, kündigte vollmundig eine Aufholjagd an: "Wir haben einen Punkt auf Leverkusen aufgeholt. Wir werden sicherlich eine Serie starten, das ist für uns normal. Und dann sind wir wieder vorne." Joachim Neußer und Thomas Lipinski, sid
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| Geändert am 3. Oktober 1999 20:51 von to | ||||||