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Ferrari: WM-Saison 99 für Schumacher beendet

Für diese Saison an die Boxen

Das Rätselraten um Michael Schumachers Comeback ist beendet. Zwei Wochen vor dem Großen Preis von Malaysia teilt Ferrari mit, daß der zweifache Formel-1-Weltmeister in dieser Saison nicht mehr zu den letzten Rennen in seinen Dienstwagen F399 steigen wird.

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Szenebeobachter haben nichts anderes erwartet; zu oft betonte Schumachers Sprecher, daß die Schmerzen des Cockpit-Stars immer noch stark seien, zu häufig wurden anberaumte Testfahrten (am Montag soll es wieder einige geben) entweder rasch abgebrochen oder ganz gecancelt.

"Michael hatte ja früher schon Knieprobleme. Möglicherweise hat sich nun das rechte Knie entzündet, durch das bei der Operation ein Nagel eingeführt wurde, um den Knochen zu fixieren.", so Pressesprecher Buchinger gestern. Er wollte auch Spätfolgen einer Knie- und Meniskusoperation nicht ausschließen, der sich Schumacher bereits Anfang der 90-er Jahre unterziehen musste.

Trost vom Papst, Rat vom Prof

Nach Ungarn, Belgien und Italien drohte nun auch "Schumis" vierter Versuch eines Renn-Comebacks zu scheitern. Selbst der Heilige Vater wäre da wohl machtlos: Bei einer Audienz am Mittwoch hätte Papst Johannes Paul II. dem deutschen Ferrari-Star im Vatikan höchstens Mut machen oder Trost spenden. Entscheidender dürfte für Schumacher ein Termin am Sonntag gewesen sein. Eine gründliche ärztliche Untersuchung bei Professor Gerard Saillant in Paris sollteAufschluss über die Knieprobleme und den Heilungsprozess geben. "Eine Routineuntersuchung", betonte Buchinger vorher zwar, "über Michael Schumachers Comeback entscheidet nur einer - er selbst." Und nun hat er sich also entschieden - dagegen.

Fitness-Zustand: "70 Prozent"

Schumacher hatte seinen Fitness-Zustand kürzlich mit "70 Prozent" eingeschätzt. Er steige aber erst wieder ins Cockpit, wenn er hundertprozentig fit ist. Dies sei trotz des umfangreichen Reha-Programms des ehrgeizigen Rennfahreres noch nicht der Fall. Vor allem Kondition und Ausdauer lassen noch zu wünschen übrig. "Beim Radfahren hat er im Schnitt immer einen Puls von 130/140 gehabt, bei Zwischenspurts ging der Puls schon mal auf 180/190 hoch. Früher lief das ganz locker, im Moment packt er das einfach nicht", sagte Schumachers Medien-Mann.

Vor zwölf Wochen hatte sich der 30 Jahre alte Titelanwärter aus Kerpen bei einem spektakulären Unfall in Silverstone das rechte Schien- und Wadenbein gebrochen sowie Schnittverletzungen an der Ferse zugezogen. Danach waren innerhalb von vier Wochen drei Comeback-Versuche gescheitert. Autofahren wird Schumacher zwar am 7. Oktober in Fiorano wieder, aber nur als Show-Einlage für einen Sponsor: Der "Shell-Day" ist "ein reiner Promotion-Termin", versicherte Buchinger.

Ganz ausgeschlossen ist es also nicht, dass der 35-malige Grand- Prix-Sieger in der kommenden Woche wieder in seinen Dienstwagen F399 steigt, entweder auf der Hausstrecke in Fiorano oder bei den Ferrari- Tests in Mugello. Doch dass die Probe zur Generalprobe (für Malaysia) wird, ist nach dem heutigen Stand der Dinge höchst unwahrscheinlich. Fällt Sepang (17. Oktober) ins Wasser, bleibt in dieser Saison nur noch "die letzte Ausfahrt" Suzuka: Das WM-Finale am 31. Oktober in Japan.

Ralf Jarkowski, dpa

Geändert am 3. Oktober 1999 18:48 von to
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