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Becker fordert ultimativ Ablösung von DTB-Sportwart HordorffDer Machtkampf eskaliert
München/Hamburg - Mit der Drohung des eigenen Rücktritts hat Daviscup-Teamchef Boris Becker ultimativ die Ablösung seines Widersachers Dirk Hordorff gefordert und den Matchkampf im deutschen Tennis endgültig zur Eskalation gebracht. "Aus meiner Sicht gibt es nur eine Möglichkeit: Sportwart Hordorff muss für sich die Konsequenzen ziehen", schrieb der dreimalige Wimbledonsieger in einer Kolumne für die "Welt am Sonntag". Der im Februar dieses Jahres zum Sportwart des Deutschen Tennis Bundes (DTB) gewählte Hordorff denkt jedoch gar nicht daran, das Handtuch zu werfen, sondern präsentierte sich standhaft. "Ich weiß nicht, seit wann Herr Becker die Posten im Präsidium bestimmt. Ich bin von den Mitgliedern ins Präsidium gewählt worden. Ich sehe keinen Grund zurück zu treten", sagte der DTB-Sportwart am Sonntag. Kein Miteinander mit Hordorff für Becker und SteebIn der "WamS" machte Becker unmissverständlich deutlich, dass es ein Miteinander mit Hordorff für ihn und auch Daviscup-Kapitän Carl- Uwe Steeb unter keinen Umständen mehr geben kann.
"Wenn sich der Sportwart durchsetzt, wird das übrige Präsidium zurücktreten. Das sind aber unsere Leute. Im Klartext heißt das: Ohne dieses Präsidium wird es auch Carl-Uwe Steeb und mich nicht mehr geben", erklärte Becker. Der 31-Jährige, der vor zwei Jahren im Gespann mit Steeb den dreimaligen Daviscup-Gewinner Niki Pilic als Teamchef abgelöst hatte, ist überzeugt, mittlerweile die Mehrheit der Entscheidungsträger im DTB hinter sich zu haben. "Ich denke, sie haben eingesehen, dass sich der Sportwart reichlich weit aus dem Fenster gelehnt hat", schrieb der 31 Jahre alte Leimener in dem Exklusivbeitrag. Hordorf zunehmend isoliertTatsächlich war vor einer Woche beim 4:1-Sieg der deutschen Daviscup-Auswahl gegen Rumänien in Bukarest fest zu stellen, dass Hordorff, der gleichzeitig Trainer von Daviscup-Spieler Rainer Schüttler ist, in den Führungsgremien des DTB zunehmend isoliert ist. Die übrigen fünf Präsidiumsmitglieder mit DTB-Präsident Karl Weber an der Spitze stehen komplett auf Beckers Seite. Ebenso eine zunehmende Zahl der einflussreichen "Landesfürsten", die Hordorff zum Sportwart gewählt haben. "Es gab noch am Flughafen in Bukarest Gespräche, in denen sogar Präsidenten von Landesverbänden, die bislang Hordorff gefördert haben, ihn gefragt haben, ob er nicht zurück treten will", behauptete Becker in der "WamS". "Mich hat niemand aufgefordert zurück zu treten", konterte Hordorff. Definitive Entscheidung in Mainz (20./21. 11.)Bei der Bundesausschuss-Sitzung des drittgrößten deutschen Sportverbandes am 20./21. November in Mainz wird es spätestens zum Tag der Entscheidung kommen. Becker kündigte über die vordringliche Personalie hinaus grundsätzlich einen heißen Herbst an, der seiner Ansicht nach "entscheidend für die Zukunft des deutschen Tennis" sein wird. "Seit 15 Jahren ist der Name Becker nämlich dazu benutzt worden, von den strukturellen Problemen im Tennis abzulenken. Damit muss Schluss sein. Jetzt brauchen wir endlich klare Linien, klare Kompetenz-Zuweisungen und klare Konzepte", meinte Becker. Haas macht sich stark für BeckerDeutschlands Spitzenspieler Thomas Haas machte sich am Rande des Grand Slam Cups in München für Becker stark. "Er bleibt hoffentlich noch lange unser Teamchef. Wir haben noch einige große Jahre vor uns", sagte der Weltranglisten-Elfte.
Damit sich neue Erfolge im Daviscup tatsächlich einstellen können, votiert Becker trotz der Querelen der vergangenen Monate für eine Rückkehr von Jungstar Nicolas Kiefer ins Team: "Prinzipiell bin ich ein Kiefer-Fan. Wir brauchen ihn, um international mithalten zu können." Neue Form der Tennis-Unterhaltung schaffenDer vom aktiven Tennis zurückgetretene frühere Weltstar kündigte an, im kommenden Jahr selbst wieder zum Schläger zu greifen. Er wolle eine neue Form der Tennis-Unterhaltung schaffen, eine Sport-Musik- Show, zu der auch ein Mixed-Doppel gehören könnte. Becker: "So gesehen könnte ich mir sogar vorstellen, doch noch einmal gemeinsam mit Steffi Graf auf dem Tennisplatz zu stehen. Aber natürlich nur, wenn Andre Agassi es ihr erlaubt." Andreas Bellinger und Klaus Bergmann, dpa - Fotos: AP
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| Geändert am 3. Oktober 1999 18:11 von to | ||||||||||