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...Rusedski knackt den Jackpot![]() "Es gibt keinen nächsten Boris Becker, keinen nächsten Michael Stich", wehrte Haas den ewigen Vergleich mit den deutschen Champions ab, "ich versuche nur, so gut wie möglich zu spielen." Rusedski: "Tommy ist gereift"Doch mit der brachialen Gewalt seiner mehr als 200 Stundenkilometer harten Aufschläge knackte der 26-jährige Rusedski, der 29 Asse schlug, nicht nur ihn, sondern auch den "Jackpot". 1,3 Millionen Dollar (umgerechnet 2,41 Millionen Mark) kassierte der gebürtige Kanadier. "Ich hatte die ersten beiden Sätze unter Kontrolle, aber Tommy ist gereift. Er wird ein großer Spieler werden", meinte Rusedski. Der Weltranglisten-Elfte Haas durfte sich nach einem starken Grand-Slam-Cup-Debüt mit beeindruckenden Siegen gegen den Slowaken Dominik Hrbaty, den Weltranglisten-Ersten Andre Agassi (USA) sowie dem 6:3, 6:4, 6:7 (4:7), 6:4-Erfolg im Halbfinale am Samstag gegen den Schweden Thomas Enqvist mit einem Wochenlohn von 650 000 Dollar für das Scheitern kurz vor dem Gipfel trösten. "Ich habe noch Zeit und werde in Zukunft hoffentlich noch viel für das deutsche Tennis leisten", sagte der Verlierer. Becker: "Sechs Finals und nur eines gewonnen..."
Der noch fehlende Killerinstinkt in Endspielen wurde Haas auch gegen Rusedski zum Verhängnis, wie Boris Becker als Co-Kommentator bei der ARD kritisch bemerkte: "Was Tommy noch zum Top-five-Spieler fehlt? Er hat jetzt sechs Finals gespielt und nur eines gewonnen." Der Lokalmatador kam vor 9 500 Zuschauern nur langsam in Tritt. Gleich sein erstes Aufschlagspiel gab er mit einem Doppelfehler zum 0:2 ab, was bereits eine Vorentscheidung im ersten Satz war. Wie mit einem Dampf-Hammer nagelte Rusedski mit links seine Aufschläge über das Netz, die Haas früh zu demoralisieren schienen. Erst nach 65 Minuten und beim Stande von 4:5 im zweiten Durchgang hatte der junge Deutsche seinen ersten Breakball, den Rusedski allerdings mit einem "Weltklasse-Aufschlag" (Boris Becker) abwehrte. Der Satz ging ebenfalls verloren. Haas mit fulminanter AufholjagdBecker forderte "noch mehr Leidenschaft" von Haas, der sich tatsächlich nicht in sein Schicksal ergab. Er fand erste Antworten auf Rusedskis Service, setzte diesen bei seinen Netzattacken unter Druck. Die Chancen häuften sich, aber es dauerte bis zum siebten Satzball, ehe Haas nach dem gewonnenen Tie-Break zurück im Match war. Doch die zweite Luft und die neue Hoffnung der Zuschauer waren nur von kurzer Dauer. Rusedski schaffte ein weiteres Break zum 3:1. ![]() Bei 3:5 musste Haas den ersten Matchball abwehren und als keiner mehr damit rechnete, schaffte er gegen den zum Sieg aufschlagenden Rusedski sein erstes Break zum 4:5, noch dazu "zu Null". Jetzt kochte die Halle, jetzt wurde es dramatisch und doch kein Happy-End. Drei weitere Matchbälle im Tie-Break des vierten Durchgangs waren zu viel, mit einem Volley-Stopp machte Rusedski den Sack zu. Nächstes Ziel im VisierZeit zum Erholen vom Frust und dem Kräfteverschleiß bleibt Thomas Haas nicht. Das nächste Ziel ist bereits im Visier, die Qualifikation für die ATP-Weltmeisterschaft im November in Hannover. Doch die lange Saison ist an Haas nicht spurlos vorüber gegangen. "Ich kann meinen Körper nicht ruinieren, nur um zur WM zu kommen", sagte der 21-Jährige und deutete damit an, dass er das geplante Mammut-Programm der kommenden Wochen womöglich reduzieren wird. Zahltag für die Williams-Family![]() Im Damen-Finale kam es zum sogenannten "Sister Act IV": Zum vierten Mal standen sich Titelverteidigerin Venus Williams (19) und ihre ein Jahr jüngere Schwester Serena Williams (18) bei einem Profi-Turnier gegenüber. Die Bilanz (vorher: 3:0 für Venus) polierte in München Serena auf: Mit einem 6: 1, 3: 6 und 6: 4. feierte sie ihren ersten Triumph über die große Schwester. Zum größten Zahltag für die Williams-Familie, die durch die Tennis- Künste der Töchter den sozialen Aufstieg geschafft hat, wird der Sonntag auf jeden Fall: 800 000 Dollar warten auf die Siegerin, 400 000 auf die Verliererin, dazu kommt für Serena Williams eine Bonus-Zahlung in Höhe von 100 000 Dollar für ihren Triumph bei den US Open vor drei Wochen. 1,3 Millionen Dollar, "nicht schlecht", meinte Serena Williams: "Vielleicht legen Venus und ich zusammen und kaufen uns ein teures Auto." Oder auch zwei, oder drei oder vier. Zukunft des Grand Slam Cups bleibt offenDie Zukunft des Grand Slam Cups bleibt auch am Schlusstag ungeklärt. Turnier-Direktor Bill Dennis kündigte zwar zunächst optimistisch an, dass es eine 11. Austragung im Jahre 2000 geben werde, aber Fragen wie Austragungsort und Hauptsponsor sind völlig offen. Zum vorgesehenen Termin (16. bis 22. Oktober) ist die Olympiahalle durch die Karate-Weltmeisterschaften blockiert, eine Verlegung von München ins Ausland (Los Angeles, Las Vegas) oder eine andere deutsche Großstadt (Köln?) soll von den Verantwortlichen in den kommenden Wochen intensiv diskutiert und entschieden werden. Klaus Bergmann, dpa - Fotos: AP
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| Geändert am 3. Oktober 1999 17:31 von to | ||||