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Christian Abt wird am "Grünen Tisch" STW-Meister:

"Mein größter Erfolg"

Frankfurt/Main - Christian Abt gewann den Titel am "Grünen Tisch" - Uwe Alzen ist ihn wieder los. 24 Tage nach dem Saisonfinale hat ein Gericht die deutsche Supertourenwagen-Meisterschaft (STW) entschieden.

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Christian Abt (r.) rang lang um die Meisterschaft - hier mit Uwe Alzen

Am späten Mittwochabend gab die Berufungsinstanz des Deutschen Motorsport-Bundes (DMSB) dem Protest des Abt-Teams gegen die Wertung des letzten Rennens am 17. Oktober auf dem Nürburgring statt. Nach Angaben von STW-Sprecher Michael Kramp ist der Kemptener Abt nun mit insgesamt 584 Punkten deutscher Meister vor seinem Rivalen aus Betzdorf, der 576 Zähler auf dem Konto hat. "Die Gerechtigkeit hat gesiegt", kommentierte Audi-Pilot Abt den verspäteten Titelgewinn: "Das ist mein bisher größter Erfolg."

Der 32-Jährige war im Abschlussrennen in der letzten von 33 Runden 250 Meter vor dem Ziel nach einer Kollision mit Roland Asch (Ammerbuch) ausgeschieden und somit um den so gut wie sicheren Titel gebracht worden. Ein Protest des Abt-Teams noch am Nürburgring war zunächst abgewiesen worden. Die letzte Instanz in Frankfurt strich nun die fragliche Runde aus der Wertung. Abt wurde hinter Sieger Tom Kristensen (Dänemark) als Zweiter, Opel-Pilot Alzen als Dritter des Rennens gewertet. Damit fiel der provisorische Titelträger Alzen wieder auf den zweiten Gesamt-Rang zurück. "Das ist ein einmaliger Fall in der deutschen Motorsport-Geschichte", sagte Kramp, der das Urteil als "Entscheidung für den Sport" wertete.

Asch hätte nicht mehr im Rennen sein dürfen

Grund für die nachträgliche Änderung der Ergebnisse war die Tatsache, dass sich Asch zum Zeitpunkt der Kollision gar nicht mehr im Rennen hätte befinden dürfen. Der 49-jährige Opel-Pilot hatte zunächst eine Zeitstrafe und anschließend die "Schwarze Flagge" ignoriert, die das sofortige "Aus" für einen Piloten bedeutet. Asch wurde dafür zu 20 000 Mark Geldstrafe verurteilt; die Lizenz wurde ihm vorläufig auch entzogen.

Nach Angaben des Abt-Teams brachte ein Amateurvideo in der Verhandlung Klarheit. Zuvor habe es mangels TV-Bilder Spekulationen über den Unfallhergang gegeben. "Wir sind müde, aber überaus glücklich", sagte Teamchef Hans-Jürgen Abt nach der mehr als sechs Stunden dauernden Sitzung: "Bei einem anderen Ausgang hätten wir in Zukunft keine Reglements mehr gebraucht." Allerdings hat der Titel durch die große Verspätung einen argen Schönheitsfehler. "Es ist natürlich schade, dass es zu einem Nachspiel am 'Grünen Tisch' kommen musste", so Christian Abt, "aber ich bin davon überzeugt, dass wir den Titel verdient gewonnen haben und das Urteil gerecht ist."

Vom Motocross zum Tourenwagen

Der Erfolg für den "Späteinsteiger", wie Abt sich selbst nennt, zeichnete sich schon früh in der Saison ab, als der Privatfahrer die Werksteams mit Siegen überraschte. Dabei hatte der Allgäuer erst vor drei Jahren mit dem Tourenwagensport angefangen. Anfang der achtziger Jahre hatte er die Motorsport-Laufbahn mit Motocross begonnen. "Christian hat sich alle Erfolge selbst erkämpfen müssen", sagte sein Bruder Hans-Jürgen, der sich um das Management des Teams kümmert. Angesichts der unsicheren Zukunft des deutschen Tourenwagensports hat der Meister für das nächste Jahr einen großen Wunsch: "Ich will in der Saison 2000 in einer schönen Rennserie mit viel Publikum fahren, die auch von den Medien vollständig akzeptiert wird."

Detlef Rehling, dpa - Archivfoto: dpa

Geändert am 11. November 1999 17:34 von volontaer
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