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mehr: Metallica rockte mit großem Orchester

Metallica spielten Symphonieorchester in Grund und Boden

Triumph der E-Gitarren

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Berlin - Die Violinen hatten keine Chance, die Harfe und die Kontrabässe waren nur optisch wahrnehmbar und auch Pauken und Trompeten konnten den akustischen Untergang der Berliner Symphoniker nicht verhindern. Das Orchester fungierte beim gemeinsamen Auftritt mit der amerikanischen Kultband Metallica im Berliner Velodrom nur als Kulisse.

Die 78 klassisch ausgebildeten Musiker wurden von den "großen Vier des Heavy Metal" in Grund und Boden gespielt. Beim einzigen Konzert dieser Art in Europa triumphierten die E-Gitarren.

Der Versuch einer Symbiose von Klassik und Rock ist nicht gerade neu. Schon 1970 hatten sich Deep Purple bei ihrem "Concerto for Group and Orchestra" vom Royal Philharmonic Orchestra begleiten lassen. Ähnliche Experimente gab es in der Folgezeit immer wieder. Auch Metallica-Produzent Bob Rock fand im letzten Jahr Gefallen an der Idee, den in die Jahre gekommenen Heavy Metall symphonisch aufzufrischen. Der Komponist und Dirigent Michael Kamen, der bereits 1991 für die klassische Untermalung des Metallica-Hits "Nothing Else Matters" gesorgt hatte, war sofort für das Projekt zu begeistern. Mit dem San Francisco Symphony Orchester arrangierte er 20 Metallica-Songs aus 18 Jahren Bandgeschichte.

Nur der Rahmen war auf Klassik getrimmt

Im April fand die Premiere von "Symphony and Metallica" im Berkeley Community Theater statt. Für das europäische Publikum wurde das Experiment jetzt noch einmal wiederholt. Aus Schweden und Polen, Frankreich, England und Spanien reisten die Fans zu dem Spektakel nach Berlin. Teilweise mehr als 100 Mark mussten die Heavy-Metal-Freaks für den Spaß bezahlen. Ein historisches Ereignis bekamen sie dafür nicht geboten.

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Immerhin der Rahmen wurde auf Klassik getrimmt. Die gesamte Arena war bestuhlt und die Ordner sorgten zumindest in der ersten Hälfte des Konzerts nachdrücklich dafür, dass die Sitzordnung brav eingehalten wurde. Über die Lautsprecheranlage wurde das Publikum mit "Meine Damen und Herren" begrüßt und wie bei einem klassischen Konzert gab es für jeden Besucher ein Programmheft. Die ersten Takte des Spektakels gehörten noch dem von Maestro Kamen dirigierten Orchester. Dann brachen die Gitarren los.

Kaum Spuren des Orchesters auf dem Album

Was folgte war eine "Best of Metallica"-Show mit Songs von "One" bis "Enter Sandman". Nur "The Unforgiven" fehlte aus dem Repertoire der erfolgreichsten Songs. Das klassische Arrangement des Hits sei "so grottenschlecht" gewesen, dass der Titel aus dem Programm genommen werden musste, sagte Sänger und Gittarist James Hetfield kürzlich in einem "Musikexpress"-Interview.

Ein Mitschnitt des ersten "Symphony and Metallica"-Konzerts kommt am 23. November in den Handel. Auch auf dem Doppelalbum ist von dem Orchester nicht viel zu hören. Als innovatives Highlight wird das Projekt sicherlich nicht in die Rockgeschichte eingehen. Bandleader Hetfield hat dennoch etwas dabei gelernt: "Ich weiß jetzt, dass das Glockenspiel nicht mein Lieblingsinstrument ist."

Michael Fischer, AP - Fotos: dpa

Geändert am 22. November 1999 16:49 von mwege
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