IVWPixel Zählpixel [an error occurred while processing this directive]

Die Vorwürfe gegen Gerhard Glogowski

Hannover - Binnen weniger als einer Woche drangen immer neue Vorwürfe gegen den niedersächsischen Ministerpräsident Gerhard Glogowski (SPD) an die Öffentlichkeit: Angefangen von seiner gesponserten Hochzeitsfeier, nachlässigen Reiseabrechnungen, kostenloser Nutzung einer auf Staatskosten ausgebauten Dienstwohnung, bis hin zu Immobiliengeschäften. Die Vorwürfe im Einzelnen:

SPONSORING DER HOCHZEITSFEIER:

Für die Hochzeitsfeier von Gerhard Glogowski und seiner Frau Marianne am 13. Mai lieferten die beiden Brauereien Wolters und Feldschlösschen das Bier und die Firma Heimbs spendierte den Kaffee.

VERSPÄTETE BEZAHLUNG DER HOCHZEITSREISE:

Über den Vorstand der TUI buchte Glogowski vom 31. März bis 14. April eine Hochzeitsreise in den Robinson-Club von Hurghada in Ägypten. Die Rechnung für den Flug in Höhe von 1 654 Mark bezahlte Glogowski erst nach einigen Wochen, nachdem bei ihm ein Kabinettsmitglied nachfragte.

DER AIDA-TRIP:

In Widersprüche verstrickte sich Regierungssprecher Jürgen Koerth zur Abrechnung eines Besuchs auf Einladung des ägyptischen Tourismusministers vom 11. bis 13. Oktober in Kairo. Höhepunkt war ein Besuch der Oper "Aida" an den Pyramiden. Den Flug hatte die TUI bezahlt und nicht in Rechnung gestellt. Koerth beteuerte zwei Tage lang, man habe wiederholt Rechnungen angemahnt. Als TUI und deren Mutterkonzern Preussag entschieden dementierten, gab Glogowski die falschen Darstellungen zu. Die Flugkosten werden jetzt bezahlt.

DIE POLENREISE MIT DER NORD/LB:

Auch bei einer offiziellen Polenreise mit Unternehmern am 19. Juli, die zunächst von der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) finanziert wurde, forderte die Staatskanzlei erst sehr viel später am 1. November eine Rechnung an.

DER WIENER OPERNBESUCH:

Bei der Abrechnung eines Opernbesuches in Wien am vergangenen Wochenende gab es nach internen Informationen ebenfalls Unregelmäßigkeiten. Die Karten für Glogowski und Ehefrau und vier weitere Gäste hatte die Salzgitter AG besorgt. Die Teilrechnung an die Staatskanzlei vom 29.10. sollte Anfang dieser Woche nachträglich korrigiert werden. Das Reisebüro lehnte dies ab.

VW-AUFSICHTSRATS-TANTIEMEN:

Glogowski hat nach dpa-Informationen bisher von seinen VW-Aufsichtsratsbezüge für 1999 in Höhe von rund 97 500 Mark noch nichts an die Landeskasse abgeführt, obwohl er sie bereits im Juni erhalten hat. Jährlich stehen einem Mitglied der Landesregierung nur 10 800 Mark an Geldern aus Aufsichtsräten zu, wenn die Mandate im Auftrag des Landes wahrgenommen werden.

KOSTENLOSE NUTZUNG EINER DIENSTWOHNUNG:

Seit März nutzen Glogowski und seine Frau eine Dienstwohnung im Gästehaus der Landesregierung in Hannover nach Abendterminen, ohne dafür zu zahlen. Die Miete in Höhe von rund 850 Mark wird erst ab Anfang November gezahlt. Für die Zeit von Anfang April bis Ende Oktober will Glogowski jetzt nachzahlen.

NACHLASS FÜR PRIVATWOHNUNG:

Seine Eigentumswohnung im Braunschweiger SPD-Haus soll Glogowski zu einem günstigen Preis bekommen haben. Dies wurde von der Bundespartei am Freitag zurückgewiesen.

ÄMTERHÄUFUNG, "EDELSAUSE" UND BRAUNSCHWEIGER KLÜNGEL:

Glogowski hat nach dem Amtsantritt als Ministerpräsident trotz Empfehlung von ihm nahe stehenden SPD-Politikern seine zahlreichen Ämter in der Braunschweiger Region beibehalten. Die Bezüge aus dem Stadtratsmandat und den Aufsichtsratsposten bei den Braunschweiger Stadtwerken, der beiden Stadtwerke-Töchter Versorgungs- und Verkehrs AG und der Braunschweigischen Kohlenbergwerken (BKB) kann er vollständig behalten. Als Aufsichtsratschef der Stadtwerke wurde Glogowski zuletzt auch für eine aufwendige "Edelsause" zum Abschied des bisherigen Stadtwerke-Chefs mit verantwortlich gemacht.

dpa

Geändert am 26. November 1999 18:23 von aj
Navigations-Seite: RZ-Online auf einen Blick Nachrichten-Überblick Newsticker mit dpa-Kurzmeldungen Aktuelle Wetter-Vorhersage Haitzinger-Karikatur Leserbrief schreiben Zur aktuellen Homepage Navigations-Seite: Alles auf einen Blick Zum Anfang dieser Seite und zu weiteren Links Leserbrief schreiben Zur aktuellen Homepage