IVWPixel Zählpixel [an error occurred while processing this directive]
  • Stichwort: "Hell's Angels"
  • Razzien gegen "Hells Angels"

    "Schlag gegen organisierte Kriminalität" in NRW - Festnahmen

    Bei einer landesweiten Razzia gegen den Motorradclub "Hell's Angels" in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei am Donnerstag 19 Personen festgenommen. Gegen neun von ihnen lagen Haftbefehle vor. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Raub, Erpressung, Drogen- und Waffenhandel sowie Bildung einer kriminellen Vereinigung vor.

    Anklicken zum Vergrößern
    Kripobeamte untersuchen mit Metalldetektoren die Decke in einem Vereinsraum des Motorrad- Clubs "Hells Angels".

    Bei der Aktion wurden zahlreiche Waffen und Sprengstoff beschlagnahmt. So seien in einer Essener Wohnung Pistolen, Gewehre, Munition und Sprengstoff sichergestellt worden, für deren Abtransport zwei Kleinlaster benötigt worden seien, sagte der Ermittlungsleiter Heinrich Funken. Etwa 900 Polizeibeamte hatten am frühen Donnerstagmorgen zeitgleich 40 Objekte durchsucht. Allein auf dem Vereinsgelände der "Hell's Angels" in Düsseldorf wurden laut Polizei vier Personen festgenommen, darunter der Präsident und der Vizepräsident des Clubs.

    Bordelle durchsucht

    Ein Spezialeinsatzkommando hatte am frühen Morgen mit einem gepanzerten Fahrzeug das Tor zu dem Gelände aufgedrückt und die etwa ein Dutzend Bewohner der Anlage im Schlaf überrascht. In Düsseldorf wurden zudem drei Bordelle, sieben Wohnungen und eine Anwaltskanzlei durchsucht. Weitere Durchsuchungen liefen in Köln, Duisburg, Essen, Wuppertal, Krefeld, Neuss, Kaarst, Düren, Oberhausen, Schwelm und Kleinenbroich.

    Mehr als ein Jahr lang beobachtet

    Anklicken zum Vergrößern
    Auf dem Vereinsgelände wird ein Motorrad sichergestellt.

    Nach Angaben von Einsatzleiter Rolf Baudiß hatte die Polizei die Düsseldorfer "Hell's Angels" nach ersten Hinweisen schon mehr als ein Jahr lang beobachtet. Im März 1999 habe die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Raubes und Erpressung in Gang gesetzt. "Wir wollen verhindern, dass sich die Motorradgang in der kriminellen Szene festsetzt", sagte Staatsanwalt Johannes Mocken. Die Verdächtigen hätten unter anderem Wirte und andere Geschäftsleute um Schutzgeld erpresst. So sei der verhaftete Vizepräsident Geschäftsführer einer Sicherheitsfirma, die Wirten Türsteher "aufgedrängt" habe.

    "Ermittler selbst bedroht"

    "Die Ermittler sind durch dieses Verfahren unter Umständen selbst bedroht und werden besonders geschützt", betonte Mocken. Es seien durchaus Gewalttaten gegen die beteiligten Polizeibeamten und Staatsanwälte möglich. In Düsseldorf hätten die "Hell's Angels" etwa 40 Mitglieder, bundesweit seien es rund 700. Zu einem möglichen Verbot des Vereins wollte sich Mocken zunächst nicht äußern: "Dies wird zu gegebener Zeit geprüft."

    dpa - Foto: dpa

    Geändert am 2. Dezember 1999 09:16 von aj
    Navigations-Seite: RZ-Online auf einen Blick Nachrichten-Überblick Newsticker mit dpa-Kurzmeldungen Aktuelle Wetter-Vorhersage Haitzinger-Karikatur Leserbrief schreiben Zur aktuellen Homepage Navigations-Seite: Alles auf einen Blick Zum Anfang dieser Seite und zu weiteren Links Leserbrief schreiben Zur aktuellen Homepage