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Gasexplosion: Vermutlich neun Opfer

15-Jährige gerettet - Wohnhaus vollständig eingestürzt

Wilhelmsburg - Eine gewaltige Gasexplosion hat in der niederösterreichischen Kleinstadt Wilhelmsburg ein dreistöckiges Wohnhaus zum Einsturz gebracht und bis zu neun Menschen das Leben gekostet. Zwei Tote wurden bis Freitag geborgen; ein Mann starb später. Zwei Verletzte wurden lebend geborgen. Da in dem Trümmerberg kaum Hohlräume waren, bestand wenig Hoffnung für die sechs Verschütteten. Das Unglück wurde wahrscheinlich durch Reparaturarbeiten verursacht.

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Die Retter räumen die Trümmer Stein um Stein weg, um Überlebende zu finden.

Die 8.000 Einwohner von Wilhelmsburg bei St. Pölten, rund 50 Kilometer westlich von Wien, waren am Freitag schockiert von dem Unglück, das sich am Donnerstag gegen 19.10 Uhr ereignete. Unter der Wucht der Detonation wurden die unteren Wände des Hauses mit zwölf Wohnungen nach außen gedrückt; Stock für Stock stürzte es anschließend in sich zusammen und hinterließ einen acht Meter hohen Schuttkegel von 40 Metern Länge. Das gegenüberliegende Haus war bis in den dritten Stock mit weggeschleuderten Trümmern gespickt.

Rund 200 Retter der Feuerwehr, Polizei und Armee gruben sich durch die Schuttmassen. Die Bergungsarbeiten wurden in der Nacht zum Teil von schweren Regengüssen behindert. Am frühen Morgen wurde nach zweistündigen Bemühungen ein 15-jähriges Mädchen befreit, das in einer Höhle neben einer Betonwand genügend Raum zum Atmen hatte. Das Mädchen war in relativ gutem Gesundheitszustand. Einer 76-Jährigen mussten aber beide Beine abgenommen werden, um sie aus den Trümmern befreien zu können. Noch am Donnerstagabend war ein 45-jähriger Mann aus dem Schutt gezogen worden, doch er erlag auf dem Weg ins Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Zuvor evakuiert, aber wieder freigegeben

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Eine gewaltige Detonation hat den Wohnblock völlig zerstört.

Das Haus und ein naher Kindergarten waren am Donnerstagnachmittag evakuiert worden, nachdem eine erhöhte Gaskonzentration gemessen worden war. Eine private Firma, die mit der Installation einer Blitzschutzanlage beschäftigt war, dürfte mit einem Erdungsspieß ein Gasrohr angebohrt haben. Die Leitung wurde von Technikern abgedichtet, und die Behörden gaben Entwarnung. Die Katastrophe ereignete rund eine halbe Stunde danach. Das Haus Nummer 4 des Conrad-Lester-Hofs wurde vollständig zerstört.

Zunächst war mit 30 bis 40 Verschütteten gerechnet worden. Über Nacht reduzierte sich deren Zahl auf sechs, nachdem klar geworden war, dass viele der 21 gemeldeten Bewohner am frühen Abend noch nicht zu Hause gewesen waren.

AP - Fotos: AP

Geändert am 3. Dezember 1999 08:41 von aj
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