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Russen rücken in Grosny ein

Scharfe Worte Moskaus zu Vollebäks Kaukasus-Reise

Moskau - Zu Beginn der Kaukasus-Reise des OSZE-Vorsitzenden Knut Vollebäk hat sich Moskau unter Hinweis auf seine Atomwaffen Kritik am Tschetschenien-Krieg verbeten und erste Stoßtrupps in Grosny einrücken lassen. "Russland wird es nicht hinnehmen, dass man mit ihm aus einer Position der Stärke heraus spricht, es wird dafür alle diplomatischen und militärisch-politischen Hebel in Gang setzen", zitierten russische Nachrichtenagenturen Ministerpräsident Wladimir Putin am Dienstag.

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Einer dieser "Hebel" sei die neue Interkontinentalrakete für Atomsprengköpfe vom Typ Topol-M, die in Putins Anwesenheit auf dem nordrussischen Raumfahrtbahnhof Plessezk getestet worden war. Nach dem Ende des "Kalten Krieges" sei eine Stabilisierung der internationalen Lage erwartet worden, aber "die Wirklichkeit erwies sich als anders", sagte der ehemalige Geheimdienstchef.

Vollebäk äußerte sich vorsichtig. Von einer Vermittlung durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), wie dies auf dem OSZE-Gipfel in Istanbul angedeutet und von Vollebäk angeboten worden war, sprach der norwegische Außenminister nicht.

Voraustrupps spähen Verteidigung aus

Stattdessen forderte Vollebäk eine baldige politische Lösung und rief beide Seiten auf, die Kämpfe einzustellen. Wichtigstes Ziel seines Besuches sei die Erörterung humanitärer Fragen, sagte er in Dagestan, der Nachbarrepublik Tschetscheniens. Außerdem wolle er sich bei Treffen mit regionalen Führern über die Lage informieren. Für Mittwoch war eine Reise Vollebäks in die von Russen eroberten Teile Tschetscheniens geplant.

Unterdessen drangen russische Truppen von Osten aus in die tschetschenische Hauptstadt Grosny ein. Es habe erste Zusammenstöße zwischen den russischen Voraustrupps und Rebellen gegeben, meldete Interfax unter Berufung auf das Militär. Die Soldaten hätten bisher aber keinen Befehl, Grosny von "Banditen zu befreien". Die Spähtrupps sollten zunächst nur feststellen, wo Rebellen Verteidigungspositionen angelegt haben.

Artillerie-Beschuss und Luftangriffe dementiert

Das Militär wies Berichte zurück, Grosny sei mit Artillerie oder aus der Luft angegriffen worden. In der Stadt werden mehrere tausend Rebellen und bis zu 40.000 Zivilisten vermutet. Viele der Alten, Kranken und Kinder kamen der russischen Aufforderung nicht nach, die Stadt durch angeblich sichere Fluchtkorridore zu verlassen.

Russland hatte schon früher äußerst empfindlich auf internationale Kritik an den Opfern unter der Zivilbevölkerung und den Zerstörungen seines Feldzuges in der abtrünnigen Kaukasus-Republik reagiert. Präsident Boris Jelzin hatte in der vergangenen Woche US-Präsident Bill Clinton an Russlands "komplettes Arsenal an Atomraketen" erinnert.

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Geändert am 14. Dezember 1999 17:44 von aj
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