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Tour-Auftakt: "The Mac is back"

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Frankfurt/Main - Das Bühnenbild spricht eher Puristen an. Ohne viel Schnickschnack, um es positiv zu formulieren. In der Mitte der Bühne, so als wolle er damit eine Führungsrolle geltend machen, thront das Schlagzeug von Bandleader Mick Fleetwood. Ihm zur linken Seite "gestellt" ist Bassist John Mc Vie, der in der Frankfurter Festhalle unter seiner Schiebermütze wohl nicht ins Schwitzen gerät. Mc Vie bewegt sich selten, federt nur in den Knien. Mc Vies geringer Aktionsradius drängt den Verdacht auf, er sei angepflockt. Der Bassist bleibt so auffallend unauffällig, dass Sängerin Stevie Nicks, als sie sich einmal umdreht, einigermaßen überrascht zu sein scheint, Mc Vie auf der Bühne anzutreffen.

Vielleicht hält sich Mc Vie aber auch nur so im Hintergrund, weil er weiß, dass seine Künste gegen die gewaltige Stimme Nicks´ und das virtuose Gitarrenspiel von Lindsey Buckingham ohnehin verblasst wären. Es sind diese beiden Komponenten, die die große musikalische Bandbreite Fleetwood Macs ausmachen und verdeutlichen - das zweieinhalb Stunden-Konzert so zu einem Erlebnis werden lassen.

Fans wollen Hymnen aus 70er-Jahren hören

Zwölf Jahre hatten die Fans auf einen Auftritt der Macs warten müssen. Immerhin sind die knapp 7 000 Besucher in der Festhalle die ersten in Europa, die Fleetwood Mac bei dieser Tournee nahezu in der klassischen Besetzung der 70er Jahre erleben dürfen. Lediglich Mc Vies Ex-Gattin Christine zog ihre Solo-Projekte der Mammut-Tournee - mit bereits 70 Auftritten in Nordamerika - vor.

Behutsam streuen die vier Rock´n Roll-Veteranen immer wieder Stücke ihres aktuellen Albums "Say you will" ein, die vom Publikum auch artig beklatscht werden. Hören wollen die Fans aber eher Hymnen wie "Go your own way" vom legendären 77er-Album "Rumours". Hier baut Gitarrist Buckinham eines seiner zahlreichen ausgelassenen Soli ein. Während der US-Tournee hatten zahlreiche Kritiker Buckinhams Gitarrenkünste wohl nicht ganz zu Unrecht als die meist unterschätzten überhaupt eingestuft.

Stevie Nicks glänzt bei langsamen Stücken

Mit Buckinham kann eigentlich nur noch Stevie Nicks mithalten. Ganz in schwarz gehüllt, dominiert ihre kraftvolle Stimme eindeutig das Geschehen auf der Bühne. Besonders bei langsamen Stücken wie "Beautiful Child" kann Nicks glänzen. Und als sie nach 150 Minuten als vierte und letzte Zugabe die bittersüße Ballade "Goodbye Baybe" vorgetragen hat, ist der Applaus der Fans auch eher ergriffen als fordernd. Das letzte Wort an diesem Abend aber will Fleetwood selbst haben: "And remember", schreit er den Besuchern auf ihrem Nachhauseweg hinterher, "the Mac is Back.".

Von Oliver Teutsch, ddp - Foto: dpa