[an error occurred while processing this directive] IVWPixel Zählpixel

Neue Tipps/Touren

Reise-Galerie

Weltkarte


Alta Badia hat sogar einen Sternekoch

Schlaraffenland der Dolomiten

Anklicken zum Vergrößern
In Alta Badia werden auch Schneeschuhwanderungen angeboten.

Corvara - Die Dolomiten seien für ihn "die schönste Architektur der Welt", sagte der Architekt Le Corbusier. Auch Sylvester Stallone begeisterte sich für diesen Teil der Alpen, als er hier 1993 seinen Actionfilm "Cliffhanger" drehte. Der spielt laut Drehbuch zwar in den Rocky Mountains, doch die waren dem Regisseur zu schlicht, und so verlegte er den Drehort kurzerhand nach Europa, genauer: in die majestätisch zerklüftete Bergwelt der Dolomiten rund um Alta Badia.

Alta Badia, das sind sechs Dörfer im hintersten Winkel von Südtirol. Auf Deutsch heißt die Gegend Hochaboeital, doch diesen Namen benutzt kaum jemand, schon gar nicht die Einheimischen. Deren Muttersprache ist nämlich - anders als bei den meisten Südtirolern - nicht Deutsch, aber auch nicht Italienisch.

Lebendiges Vulgärlatein

In den abgeschiedenen Tälern wird Ladinisch gesprochen, eine rund 2 000 Jahre alte Sprache, die aus dem Vulgärlatein der damaligen römischen Besatzer entstanden ist. In der Schweiz ist diese Sprache ebenfalls noch lebendig, dort heißt sie Rätoromanisch und ist anerkannte Landessprache, ebenso in Südtirol. Deshalb sind die Ortsschilder hier sogar dreisprachig: Das Dorf Stern heißt auf ladinisch beispielsweise La Ila und auf italienisch La Villa.

Massentourismus verändert die Alpen

Hauptort von Alta Badia ist Corvara. Hier gab es bereits im 13. Jahrhundert eine Siedlung. Die Kirche im Ortskern aus dem 14. Jahrhundert ist ein Schmuckstück und einer der wenigen Zeugen aus dieser Zeit. Der Tourismus hat, wie anderswo in den Alpen auch, das Gesicht des Dorfes verändert. Immerhin sind auch die Neubauten, überwiegend Hotels, ganz im alpinen Stil gehalten.

Colfosco - ein Dorf wie aus dem Bilderbuch
Anklicken zum Vergrößern

Ein Bilderbuchdorf ist dagegen bis heute das benachbarte Kolfuschg (Colfosco) mit seinem malerischen Kirchlein St. Vigil. Als typisch ladinische Siedlungsform haben sich hier auch die so genannten Viles erhalten: kleine, in sich geschlossene Weiler aus Bauernhäusern und Stallungen, manchmal sogar mit einer eigenen Kapelle.

Italiener reisen in Scharen an

Seit in den sechziger Jahren die Straßen gut ausgebaut wurden, zieht es immer mehr Urlauber nach Alta Badia, überwiegend in der Wintersaison: viele Italiener aus Mailand, Verona und Venedig, die vor allem an den Wochenenden in Scharen anreisen. Aber auch bei den Deutschen ist Alta Badia ein beliebtes Winterziel. Nicht ohne Grund: In den Restaurants schwingen einige der besten Köche Italiens den Kochlöffel und zaubern eine gelungene Mischung aus deftiger Tiroler Hausmannskost und leichter, mediterraner Küche auf die Teller. Im "St. Hubertus" im Hotel "Rosa Alpina" kocht beispielsweise ein Witzigmann-Schüler - so gut, dass er vom Michelin mit einem Stern ausgezeichnet wurde.

Forellentartar mit Pfifferlingen, Wildtäubchen in Lavendel

Doch auch in den anderen Restaurants und Gaststuben wird durchweg gute regionale Kost aufgefahren, die oft auf verfeinerten ladinischen Rezepten basiert und die es anderswo in den Alpen nicht gibt. Wie wäre es beispielsweise mit Forellentartar mit Pfifferlingen, gebratenem Wildtäubchen in Lavendel oder Backapfel mit Holunderblüteneis? Für Hobbyköche vermittelt der Tourismusverband Schnupper-Kochkurse bei einer ladinischen Bäuerin, die in die Geheimnisse von Schlutzkrapfen und Strauben, in Öl gebackenen Teigkringeln, einweiht.

Tomba gewann hier viermal im Ski-Weltcup weiterblättern
 
Last edited: tea 03.12.2004 16:07