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Amrum blüht im Herbst regelrecht auf:

Indianersommer an der Nordsee

AMRUM

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  • Norddorf - Amrums eigenwilliger Charakter zeigt sich erst im Herbst so richtig. Wenn es an der Nordsee etwas rauer zugeht und der Westwind immer häufiger Regenwolken über die Insel treibt, lässt sich Amrum intensiver erleben als sonst.

    Das Meer riecht noch würziger als im Sommer, die Sonne scheint milder über den Dünen, die unter Naturschutz stehen. Bohlenwege ermöglichen jedoch Spaziergänge zwischen den Sandbergen, die für Amrum so typisch sind. Hinter dem Dünenkamm steht Heidekraut, das auch nach der Hauptsaison noch blüht.

    In Nebel, dem schönsten Inselort, färbt sich im "Indianersommer" das Laub der Kastanien. Hier blühen in vielen Vorgärten noch die Rosen und auch Hortensien in Hellblau bis Tiefrosa. Und gerade ein Spaziergang an der ruhigeren, zum Watt hin gelegenen Ostseite der Insel hat im Herbst seine Reize: In den Salzwiesen, die jedes Jahr einige Dutzend Mal vom Meerwasser überspült werden, blühen vereinzelt noch Strandastern, und am Uferrand steht weißgrauer Wermut.

    Aufwärmen bei Waffeln und einem "Earl Grey"

    Auf den Feldern zwischen Norddorf und Nebel sitzen jetzt dicke Raben. Kiebitze stelzen auf den Weiden, Kaninchen hoppeln ohne Scheu durch das Gras. Beim Blick aufs Watt lassen sich in aller Ruhe Seevögel beobachten. Direkt an der Ostküste ist auch die Stelle, an der im frühen Mittelalter Wikinger eine Befestigung angelegt hatten. Heute steht dort das "Teehaus Burg", in dem sich Inselurlauber nach Spaziergängen aufwärmen können, bei Waffeln und einem "Earl Grey".

    Die Inselkirche in Nebel ist schon von weitem zu sehen. Sie ist Sankt Clemens geweiht, dem Schutzpatron der Seefahrer. Der Innenraum ist lang und schmal, enge Bänke reihen sich entlang des Mittelgangs, drei große Kronleuchter hängen von der Decke. Einen Abstecher ist auch der Friedhof wert, auf dem es eine Reihe alter Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu sehen gibt - 90 davon stehen unter Denkmalschutz. Eine Reihe wurden vorne neben dem Eingang gruppiert, allesamt ungewöhnliche Exemplare: Handelsfregatten und Dreimaster mit vollen, vom Wind geblähten Segeln sind darauf abgebildet, und neben Geburts- und Sterbedaten findet sich oft auch der Lebenslauf von Amrumer Seefahrern, die in Nebel die letzte Ruhestätte fanden.

    Sonnenschein bei Ostwind

    Von der Kirche aus ist auch nicht weit zum "Öömrang Hüs", dem Heimatmuseum des Dorfes, das in einem alten reetgedeckten Friesenhaus untergebracht ist. Besucher können einen Blick darauf werfen, wie gut betuchte Inselbewohner früher gelebt haben: Die gute Stube und das Schlafzimmer sind da zu sehen, ebenso die Küche mit Herd.

    INFO-KASTEN: Amrum

    AmrumTouristik, 25946 Wittdün (Tel.: 04682/940 30, Fax: 04682/94 03 20
    Die Internetseite unter www.amrum.de bietet Fähr-Fahrpläne, Wetterdaten und Webcams

    Ein Wort zum Wetter: Bei Ostwind gibt es auch im Herbst manchmal tagelang nur Sonnenschein. Aber strömender Regen ist an der Küste genauso selbstverständlich. Und für manchen Urlauber hat gerade das seinen Reiz, bei Wind und Wetter mit "Friesennerz" oder Goretex-Jacke am Ufer entlang zu laufen. Wenn der Regen auf die Kapuze trommelt, das Meer so grau ist wie der Himmel und die Wellen schmuddelig an Land klatschen, dann haben Strandläufer die Küste fast ganz für sich.

    Ein Gang zum Strand jedenfalls lohnt sich immer. Das ist dem Kniepsand zu verdanken, in früheren Jahrhunderten eine Sandbank, die längst mit der Insel zusammengewachsen ist. Und so erstreckt sich der Strand vor den Dünen jetzt in einer Breite, die Besucher immer wieder staunen lässt. Das Wasser der Nordsee ist im Herbst oft wärmer als die Luft - was die wenigsten Urlauber von einem Strandbummel abhält. Und die Surfer, die den etwas kräftigeren Seegang zum Training unter erschwerten Bedingungen nutzen, stört das schon gar nicht.

    Andreas Heimann, gms - Fotos: "Kai Quedens/gms"

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